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Politik international

EU-Biodiversitäts-Bericht bestätigt Verfehlen der 2010-Ziele

von , am
12.10.2010

Brüssel - Ein vor kurzem veröffentlichter Bericht bestätigt, dass die EU ihr Ziel verfehlt hat, den Verlust der biologischen Vielfalt bis 2010 aufzuhalten.

© Xavier Pironet/Fotolia

Die Bewertung der Durchführung des Aktionsplans der Kommission zur Biodiversität zeigt, dass diese in Europa durch die übermäßigen Belastungen, wie etwa veränderte Landnutzung, Umweltverschmutzung, invasive Arten und Klimawandel, stark bedroht ist.

Dennoch lässt der Bericht auch erkennen, dass in den vergangenen zwei Jahren erhebliche Fortschritte gemacht wurden. Aus der Durchführung des Aktionsplans wur den aber auch wichtige Schlussfolgerungen gezogen, auf denen die Strategie der EU für die Zeit nach 2010 aufbauen wird.

Stärkere Einbeziehung in andere Politikbereiche

Laut einer Kommissionsaussendung wird die Einbeziehung von Biodiversitäts- und Ökosystemfragen in andere Bereiche der EU-Politik ein Kernpunkt der Strategie für die Zeit nach 2020 sein. Die geplanten Reformen in einigen Politikbereichen, wie auch der Gemeinsamen Agrarpolitik und der Gemeinsamen Fischereipolitik, sowie die Vorbereitungen auf den nächsten Programmplanungszeitraum der EU-Regionalpolitik sollen sich erheblich auf die Biodiversität auswirken und wichtige Möglichkeiten eröffnen. Diese betreffen sowohl die Verringerung der negativen Folgen für die biologische Vielfalt als auch mögliche Finanzierungsquellen für ihren Schutz und die Wiederherstellung, so die EU-Kommission.

Bedrohung ist weltweit sehr groß

"Wir haben einige sehr wichtige Lektionen gelernt und es geschafft, die biologische Vielfalt ganz oben auf die politische Tagesordnung zu setzen. Doch wir müssen alle an Bord holen, nicht nur Europa. Die Bedrohung ist weltweit sogar noch größer als in der EU. Darum ist es unerlässlich, dass aus Nagoya eine starke globale Strategie für den Schutz der biologischen Vielfalt und der Ökosysteme hervorgeht", erklärte EU-Umweltkommissar Janez Potocnik.

Konferenz in Japan von 18. bis 29. Oktober

In der japanischen Stadt Nagoya wird vom 18. bis 29.10. bei der zehnten Konferenz der Vertragsparteien des Übereinkommens zur biologischen Vielfalt über neue globale Zielvorgaben diskutiert. "Der Aktionsplan zur Biodiversität hat dazu beigetragen, dass wir die Hauptursachen für den Verlust der biologischen Vielfalt, wie den Klimawandel, besser erfassen. Wir verstehen, wie die Biodiversität mit Vorgängen in anderen Bereichen zusammenhängt und welch große Rolle die Ökosysteme bei der Eindämmung des Klimawandels und der Anpassung daran spielen. Die daraus gezogenen Lehren sind von unschätzbarem Wert, um zu gewährleisten, dass der weitere Kampf gegen den Biodiversitätsverlust erfolgreich ist.

Im März hat sich die EU neue Ziele gesetzt

Die EU will den Verlust der biologischen Vielfalt und die Schädigung der Ökosystemleistungen in der EU bis 2020 eindämmen. Außerdem soll der Beitrag der EU zur Vermeidung einer globaler Biodiversitätsverminderung verbessert werden ", teilte die EU-Kommission mit. Außerhalb der EU ist die Situation noch besorgniserregender, da der Druck auf die biologische Vielfalt stetig wächst. Zwischen 12 Prozent und 55 Prozent der ausgewählten Gruppen von Wirbeltieren, wirbellosen Tieren und Pflanzen sind laut der aktuellen EU-Bewertung weltweit vom Aussterben bedroht. Das EU-Dokument enthält eine Vielzahl von Fakten und Daten zu den Maßnahmen gegen den Biodiversitätsverlust in allen 27 Mitgliedstaaten und auf EU-Ebene. Außerdem umfasst es einen Vergleich der Leistungen der einzelnen Mitgliedstaaten und aktuelle Biodiversitätsindikatoren. (aiz)

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