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Umwelt

EU: Der Bodenversiegelung entgegenwirken

von , am
12.04.2012

Brüssel - Die Bodenversiegelung ist eine der Hauptursachen für die Verschlechterung der Böden in der EU. Sie betrifft häufig fruchtbares Agrarland. Dem will die EU jetzt mit neuen Leitlinien entgegenwirken.

Vor allem fruchtbares Agrarland ist von der Bodenversiegelung betroffen. Die EU Kommission will dagegen angehen. © www.landpixel.de
 Bodenversiegelung gefährdet die biologische Vielfalt, erhöht die Gefahr von Überschwemmungen und Wasserknappheit und trägt zur globalen Erwärmung bei. Die Europäische Kommission hat deshalb heute neue Leitlinien präsentiert. Sie beinhalten bewährte Praktiken um Bodenversiegelung zu verhindern, beziehungsweise deren Folgen zu mildern. Anhand von Strategien, Rechtsvorschriften, Finanzierungsmodellen, lokalen Planungsinstrumente und Informationskampagnen werden den Mitgliedsländern Handlungsoptionen aufgezeigt.

Ressource Boden klüger nutzen

Zum Schutz unserer Böden werden in den Leitlinien eine intelligentere Raumplanung und die Verwendung wasserdurchlässiger Materialien gefordert. Umweltkommissar Janez Potočnik erklärt: "Der Verlust von Bodenressourcen durch die Urbanisierung und die Umgestaltung unserer Landschaft ist für Europa eine der größten ökologischen Herausforderungen. Es ist dringend notwendig, diese wertvolle Ressource klüger zu nutzen, um dafür zu sorgen, dass ihr unverzichtbarer Nutzen künftigen Generationen erhalten bleibt. Wir können unsere Chancen auf eine nachhaltige Zukunft nicht einfach zupflastern."
 
Durch eine intelligente Raumplanung und die Begrenzung der Landschaftszersiedelung kann die Bodenversiegelung beschränkt werden. So können stattdessen Entwicklungspotenziale in städtischen Gebieten genutzt werden, wie beispielsweise durch die Wiedererschließung verlassener Industriegebiete (Industriebrachen). Zu den mildernden Maßnahmen gehören die Nutzung wasserdurchlässiger Materialien anstelle von Zement oder Asphalt, die Förderung einer "grünen Infrastruktur" und die verstärkte Nutzung natürlicher Wasserauffangsysteme.
 
Wenn mildernde Maßnahmen vor Ort nicht ausreichen, könnten kompensierende Maßnahmen zur Verbesserung der Bodenfunktionen an anderer Stelle in Betracht gezogen werden.
 
In den Leitlinien der Kommission wird betont, wie wichtig ein integrierter Ansatz zur Raumplanung ist. Auch regionalspezifische Ansätze und die Mobilisierung ungenutzter Ressourcen auf lokaler Ebene haben sich als wirksam erwiesen. Um Subventionen abzubauen, die möglicherweise die nicht nachhaltige Nutzung von Flächen und die Bodenversiegelung fördern, werden derzeit bereits vorhandene Maßnahmen zur Finanzierung der Infrastrukturentwicklung sorgfältig geprüft. Auch die Verringerung des Anteils der Erschließungsausgaben in den kommunalen Haushalten kann der langfristigen Planung dienen.

So geht es weiter

Die Leitlinien werden auf der von der Kommission organisierten Konferenz über Bodensanierung und Bodenversiegelung am 10. und 11. Mai in Brüssel vorgestellt und diskutiert. Im Laufe des Jahres werden sie in einer Reihe von Sprachen verfügbar sein. Die Leitlinien richten sich an die zuständigen Behörden auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene sowie an Fachleute aus den Bereichen Landplanung und Bodenbewirtschaftung. Des Weiteren sollen sie die Öffentlichkeit auf die stetige Verschlechterung der Böden aufmerksam machen.

Hintergrund

Die Bodenversiegelung ist eine der größten Bedrohungen für den Boden, mit der sich die Thematische Strategie für den Bodenschutz und der dazugehörige Vorschlag für eine Richtlinie zur Schaffung eines Ordnungsrahmens für den Bodenschutz befassen. Die Leitlinien sind aus dem von der Europäischen Kommission am 20. September 2011 veröffentlichten Fahrplan für ein ressourcenschonendes Europa hervorgegangen. Im Fahrplan wird vorgeschlagen, dass bei der Ausarbeitung der EU-Politiken bis 2020 die direkten und indirekten Auswirkungen auf die Landnutzung berücksichtigt werden und dass die Landnahme (beispielsweise der Verlust landwirtschaftlich genutzter, naturnaher und naturbelassener Gebiete) so reduziert wird, dass bis 2050 netto kein Land mehr verbraucht wird.  

KTBL-Tage 2012: Management der Ressource Wasser

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