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Wirtschaft

EU-Getreideexporte: Schwarzmeerländer drücken Exportbilanz

Externer Autor
am
10.01.2012

35 Prozent weniger - so sieht die Bilanz der EU-Weichweizenausfuhren in der ersten Hälfte des aktuellen Wirtschaftsjahres aus. Hauptgrund ist die Rückkehr der Schwarzmeerländer an den Weltmarkt.

Die Länder der europäischen Union exportierten in der ersten Hälfte des laufenden Wirtschaftsjahres (1. Juli bis 27. November 2011) rund 7,26 Millionen Tonnen (Mio. t) Weichweizen. Im Vergleich zum überragenden Vorjahresergebnis von 11,13 Mio. t, ist dies ein Rückgang der Ausfuhren um 35 Prozent bzw. 3,87 Mio. t.
 
Größter Einzelexporteur der EU war in den ersten sechs Monaten des Wirtschaftsjahres Frankreich mit 3,5 Millionen Tonnen, gefolgt von Deutschland mit immerhin 2,2 Mio. t Weichweizen.
 
Wichtigste Ursache für den kräftigen Rückgang der Weizenexporte ist die Rückkehr der Schwarzmeerländer (insbesondere Russlands) an den Weltmarkt. Im letzten Jahr hatten die Russen nach Jahrhundertdürre und Missernte ein Ausfuhrverbot verhängt und die Ukraine hatte die Ausfuhr über Kontingente und Exportzölle reguliert. In Ägypten und in anderen nordafrikanischen Importländern sind die Russen in den letzten sechs Monaten wieder zum Hauptlieferanten geworden. Zuletzt haben sich die Preise zwischen Russland und den Europäern jedoch angeglichen und der schwache Euro hat dem EU-Export neue Impulse gegeben.

Deutschland größter Gerstenexporteur

Bei Gerste exportierten die europäischen Länder in den ersten sechs Monaten des Wirtschaftsjahres etwa 2,02 Millionen Tonnen und damit knapp 30 Prozent bzw. 0,86 Millionen Tonnen weniger als im letzten Jahr. Dies ist jedoch dennoch deutlich mehr als man wegen der kleineren europäischen Ernte und des Wettbewerbsdrucks vom schwarzen Meer, zu Beginn der Wirtschaftsjahres erwartet hatte.
 
Ursache ist, dass die Ukraine als Wettbewerber bislang schwach blieb, da sie bei Gerste, anders als bei Weizen und Mais, die Exportzölle beibehielt und damit die eigene Wettbewerbsposition schwächte.
 
Größter europäischer Exporteur war Deutschland, mit einer Ausfuhrmenge von 794.000 Tonnen, gefolgt von Frankreich mit 435.000 t und Rumänien mit 187.000 t.
 
Die weitere Entwicklung wird auch davon abhängen, ob die Ukraine die Exportzölle auch im neuen Jahr beibehält.
 
Rumänien bei den Maisexporten vorn
 
Auch der europäische Maisexport läuft besser als erwartet - obwohl Niedrigwasser auf der Donau den großen Exporteuren im Süden Europas das Leben schwer gemacht hat. In den ersten sechs Monaten des laufenden Wirtschaftsjahres exportierten die Europäer rund 1,69 Millionen Tonnen Mais in Drittländer und damit fast dreimal so viel wie im letzten Jahr.
 
Größter Exporteur der EU war Rumänien mit 719.000 t, vor Frankreich mit 306.000 t und Deutschland mit 217.000 t. Importiert wurden 2,38 Millionen Tonnen Mais und damit rund 20 Prozent weniger als im letzten Jahr. Die größten Maisimporteure der EU waren Spanien, Portugal und Italien.

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