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Politik EU

EU-Hilfspaket: Deutsche Bauern erhalten 69 Millionen Euro

© EMB
von , am
15.09.2015

Luxemburg - Heute ging das informelle Treffen des EU-Agrarrats zu Ende. Die Minister einigten sich nun auf das Hilfspaket. Die EU-Milchbauern machten wieder mit einer großen Protest-Aktion auf sich aufmerksam.

Gestern stellten sich dutzende Bauern den EU-Agrarministern in den Weg. © EMB
Das Hilfspaket über 500 Millionen Euro mit dem den Landwirten vor allem in der Milch- und Schweinefleischerzeugung unter die Arme gegriffen werden soll, ist nun unter Dach und Fach. Wie heute Phil Hogan bekann gab, werden 420 Millionen Euro für nationale Maßnahmen bereit gestellt. Deutschland bekommt die höchste Summe von 69,2 Millionen Euro. Frankreich erhält 62,9 Millionen Euro. Großbritannien steht an dritter Stelle mit 36,1 Millionen Euro. Mehr zur Verteilung hier...

420 Millionen für nationale Maßnahmen

Jene EU-Agrarminister, die gestern bei einer Reihe von Betriebsbesichtigungen im Norden Luxemburgs anwesend waren, wurden zwischenzeitlich von einigen Dutzend Bauern des European Milk Board (EMB) festgesetzt. Die protestierenden Bauern blockierten mit ihren Traktoren die Zufahrten. Die EMB-Milcherzeuger pochen weiter auf ein Bonus-Malus-System zur Produktionssteuerung, das aber von Brüssel kategorisch abgelehnt wird.

Minister Schmidt: 'Mehr Milchmarktbeobachtung'

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt erklärte unmittelbar vor der Ratssitzung, die Orientierung am Milchaufkommen scheine ihm dabei vernünftig. Der Minister kritisierte, wenn man künftigen Krisen vorbeugen wolle, müsse man die Marktbeobachtung verbessern. Das dafür zuständige EU-Observatorium müsse schneller und präziser Daten liefern. Ferner kündigte Schmidt vor Journalisten an, sich noch einmal gegen eine verpflichtende Bevorzugung nationaler Produkte im Lebensmitteleinzelhandel auszusprechen, womit vor allem Mittelmeerstaaten liebäugeln. Dabei handle es sich um eine Verdrehung des Binnenmarktes.
 
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