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Politik international

EU-Kommission: Entschädigung für Milchproduktionsverzicht

von , am
05.11.2010

Brüssel - Der EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos ist möglicherweise bereit, bei einer erneuten Krise am Milchmarkt die Milchproduzenten zu entschädigen, falls sie freiwillig weniger Milch produzieren.

© Mühlhausen/landpixel

Das geht aus einem unveröffentlichten Entwurf zum Milchmarktbericht hervor, der 2008 von der deutschen Agrarministerin Ilse Aigner gefordert worden war. Der Bericht soll vor Jahresende publiziert werden, wie die Agentur AgraEurope schreibt.

Ausfallentschädigung als letzte Maßnahme

Die geplante Ausfallentschädigung sei als letzte Maßnahme geplant, falls andere Instrumente versagten. Die Einschränkung der Produktion soll auf freiwilliger Basis erfolgen. Brüssel denkt dabei daran, rund ein bis zwei Prozent der Milchmenge aus dem Markt zu nehmen. Die Maßnahme soll aber erst greifen, falls andere Stützungsmaßnahmen keinen Erfolg zeigen.Über die Höhe der Stützung steht im Bericht nichts.

Mehr Transparenz am Milchmarkt

Des weiteren setzt die EU-Kommission im Milchbericht auf eine bessere Transparenz am Milchmarkt. Wie im Milchpaket vorgeschlagen, sollen dafür Branchenorganisationen in den jeweiligen Mitgliedsländern entsprechende Marktinformationen bereitstellen.

Brüssel hält an Quotenerhöhungen fest

Auf Drängen von Bundesagrarministerin Ilse Aigner bei den Verhandlungen um den Gesundheitscheck hatte die EU zugesagt, einen Bericht über die Auswirkungen der Milchquotenerhöhungen zu erstellen. Wie erwartet, kommt die EU-Kommission zu dem Schluss, dass die Erhöhungen der Milchquoten ihren Zweck zum langsamen Ausstieg aus der Garantiemengenregelung erfülle. Brüssel sieht daher keinen Grund, die beschlossen Quotenerhöhungen von jeweils einem Prozent pro Jahr bis 2013/14 auszusetzen.

Quotenpreise fallen

So seien die Quotenpreise in allen EU-Ländern gefallen. Jüngstes Beispiel ist auch die Novemberbörse in Deutschland. Im Bundesschnitt sind dabei die Quotenpreise um vier Cent auf sieben Cent/kg gefallen. Zudem begrenze die Quote nicht mehr die Milchproduktion. Denn die EU-Milchquote von derzeit knapp 150 Millionen Tonnen werde zu rund sieben Prozent unterliefert. (lid/pd/dlz agrarmagazin)

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