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Politik EU

EU-Kommission erleichtert Zuckereinfuhren

von , am
11.03.2011

Brüssel - Ab der kommenden Woche können Zuckerproduzenten in der EU Verkaufslizenzen für quotenlose Ware beantragen.

Zuckerrohrfeld in Südamerika vor dem legen der Stecklinge. © Angela Köhler/Fotolia
Mit dieser Möglichkeit soll das Zuckerangebot in diesem Wirtschaftsjahr verbessert werden. Darüber hinaus eröffnet die EU ein Importkontingent für 300.000 t Zucker vom Weltmarkt. Von Anfang April bis Ende September darf die Ware zollfrei eingeführt werden. Dies hat die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel im Verwaltungsausschuss mit Zustimmung der EU-Mitgliedstaaten entschieden. Lediglich Frankreich, Polen und Tschechien stimmten dagegen, vor allem mit dem Argument, zunächst müsse die eigene Produktion genutzt werden, bevor man Drittlandimporte zulasse.
 
Mit der außergewöhnlichen Maßnahme möchte die Kommission Versorgungsengpässe auf dem europäischen Zuckermarkt vermeiden. Futures im Zuckerhandel an der New Yorker Börse für Mai, Juli und Oktober ließen darauf schließen, dass der Zuckerpreis auch in den kommenden Monaten hoch bleibe, meinte die Kommission. Sie geht davon aus, dass die traditionellen Zuckereinfuhren aus den AKP-Ländern in diesem Jahr niedriger ausfallen werden. Die Rübenbauern in der EU sehen mit der Freigabe von Nicht-Quotenzucker für den EU-Binnenmarkt zwar eine Forderung erfüllt, lehnen aber die zollfreien Importe ab.

Weltweite Lagerbestände stagnieren

In den vergangenen drei aufeinander folgenden Jahren ist es nicht gelungen, ausreichende Lagerbestände bei Zucker aufzubauen, wie die australische Bankengruppe Macquarie laut Dow Jones in einem Bericht mitteilte. Die weltweiten Zuckerendbestände für das laufende Wirtschaftsjahr (Oktober bis September) hatte die Rabobank zuletzt auf 55 Mio. t geschätzt, nach 54 Mio. t in der Saison zuvor. Die Nachfrage soll 2010/11 mit 166 Mio. t eine Rekordmarke erreichen und um zwei Prozent höher liegen als 2009/10.
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