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Politik EU

EU-Kommission: Keine Stütze für den Zucker

von , am
19.06.2015

Brüssel - Die EU-Kommission lehnt Hilfen für den Zuckersektor ab. Die europäischen Rübenbauern hätten mit einer Reduzierung der Anbaufläche das Problem ohnehin selbst in die Hand genommen.

© hapo/landpixel
Zwar habe der Preis für Zucker sich dem Stützniveau von 404 Euro je t aus der EU-Marktordnung genähert, erklärte Jean-Jacques Jaffrelot aus der Generaldirektion Landwirtschaft. Aber die Lage werde sich wieder normalisieren, da die Rübenerzeuger auf die schlechten Preise reagiert hätten. Jaffrelot führte im Agrarausschuss des Auropaparlamentes in dieser Woche in Brüssel einen Flächenrückgang in der EU von 15 Prozent an, was in der anstehenden Kampagne zu einem Rückgang der Zuckerproduktion um drei Millionen Tonnen (Mio. t) auf 16 Mio. t. führen könnte.
 
Politische Unterstützung für den Sektor im aktuellen Preistief sehe die EU-Kommission nicht vor, auch nicht die inzwischen mögliche Beihilfe für die private Lagerhaltung (PLH).

EU-Zucker heute weltmarktfähig

Bei den Ausfuhren will sich die EU-Kommission an die von der WTO festgelegte Obergrenze von 1,3 Mio. t halten und die erste Tranche von 650.000 t demnächst für das Wirtschaftsjahr 2015/2016 ausschreiben. Mit dem Ende der Quoten fielen die Exportbeschränkungen, betonte der Kommissionsbeamte, und dann könne der inzwischen wettbewerbsfähige EU-Zuckersektor seine Chancen auf dem Weltmarkt wahrnehmen.
Verschiedene Europaparlamentarier sind nicht so optimistisch. Sie warnen vor einem Verfall des Außenschutzes durch mehr und mehr Handelsabkommen der EU mit Drittländern. Die Abgeordneten forderten die EU-Kommission auf, bei der Ausgestaltung der Handelsabkommen für den europäischen Zuckersektor zu sorgen. Zudem forderten Parlamentarier, wegen der schlechten Marktlage auf die Produktionsabgabe von zwölf Euro je t für Zucker zu verzichten. Jaffrelot wies das Anliegen zurück. Die Abgabe sei im EU-Haushalt verankert und könne nicht gestrichen werden, erwiderte er.
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