Login
Umwelt

EU-Kommission: Mehr Klarheit bei Umweltaussagen

von , am
10.04.2013

Ein Markt für grüne Produkte: Die Europäische Kommission möchte, dass Umweltinformationen zu Produkten und Organisationen klarer und für Verbraucher leichter vergleichbar werden.

Die Europäische Kommission schlägt EU-weite Methoden zur Messung der Umweltleistung von Produkten und Organisationen vor und legt den Mitgliedstaaten und der Privatwirtschaft die Anwendung dieser Methoden nahe. Unternehmen, die die Umweltleistung ihrer Produkte hervorheben möchten, sind gegenwärtig mit zahlreichen Hindernissen konfrontiert. Sie müssen sich zwischen verschiedenen von Regierungen und privaten Initiativen unterstützten Methoden entscheiden, müssen häufig mehrfach für die Bereitstellung von Umweltinformationen zahlen und stoßen auf das Misstrauen der Verbraucher, die durch zu viele Etikette und Kennzeichen mit Angaben, die den Vergleich zwischen Produkten erschweren, verwirrt werden.

Ökobilanzen optimieren Landwirtschaftsbetriebe (26.10.2011) ...

Verbraucher sind verwirrt

Laut der neuesten Eurobarometer-Umfrage über grüne Produkte sind 48 Prozent der europäischen Verbraucher verwirrt durch die Fülle von Umweltinformationen, die sie erhalten. Auch aus verschiedenen Industrieverbänden werden Forderungen nach einem gesamteuropäischen, auf EU-weiten wissenschaftlich fundierten Bewertungen und dem Ökobilanzkonzept basierenden Ansatz laut. Es wurden Befürchtungen geäußert, die Vielzahl von Initiativen in den Mitgliedstaaten würde den Grundsätzen des Binnenmarktes zuwiderlaufen, die Verbraucher verwirren und zu Mehrkosten für die Industrie führen.

Vorschlag soll für verlässliche Informationen sorgen

 Der Vorschlag präsentiert:
  • zwei Methoden zur Messung der Umweltleistung von Produkten oder Organisationen entlang ihres Lebenswegs:
  • den Umweltfußabdruck von Produkten (Product Environmental Footprint, PEF) und den Umweltfußabdruck von Organisationen (Organisation Environmental Footprint, OEF);
  • empfiehlt den Mitgliedstaaten, Unternehmen, privaten Organisationen und dem Finanzsektor die freiwillige Anwendung dieser Methoden;
  •  kündigt eine dreijährige Testphase an, in der unter Beteiligung verschiedener Interessenträger produkt- und sektorspezifische Regeln ausgearbeitet werden, wobei Organisationen, die andere Methoden anwenden, diese ebenfalls bewerten lassen können;
  • legt die Grundsätze für die Offenlegung der Umweltleistung fest wie Transparenz, Zuverlässigkeit, Vollständigkeit, Vergleichbarkeit und Klarheit;
  • unterstützt internationale Bemühungen um eine stärkere Koordinierung bei der Ausarbeitung von Methoden und der Datenverfügbarkeit.

Der heutige Vorschlag, der eine Mitteilung über die Schaffung eines Binnenmarktes für grüne Produkte und eine Empfehlung für die Anwendung der Methoden umfasst, dürfte zu vergleichbaren und verlässlichen Umweltinformationen führen und ein Klima des Vertrauens für Verbraucher, Geschäftspartner, Investoren und andere Interessenträger in der Wirtschaft schaffen.

Auch interessant