Login
Politik EU

EU-Kommission steht zum Neonikotinoid-Verbot

von , am
26.03.2013

Die EU-Mitgliedstaaten lehnten ein vorübergehendes Verbot von Neonicotinoiden ab. Die EU-Kommission will das Verbot weiterhin durchsetzen. Nach Ostern soll ein Berufungsausschuss neu abstimmen.

Wegen des milden Winters ist der Befall mit Varroamilben dieses Jahr in Hessen besonders schlimm. © Mühlhausen/landpixel
Die Europäische Kommission hält an einem weitreichenden Verbot der Pflanzenschutzmittel Clothianidin, Imidachloprid und Thiamethoxam fest. Das hat EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg vergangene Woche gegenüber den europäischen Landwirtschaftsministern in Brüssel klargestellt. Auf dem Agrarrat kündigte er an, nach Ostern einen Berufungsausschuss anzusetzen, um die Abstimmung vom 15. März zu wiederholen, bei der keine qualifizierte Mehrheit weder für noch gegen den Vorschlag erreicht werden konnte. Falls das Patt bestehen bleibt, könnte Borg das vorerst für zwei Jahre angesetzte Verbot im Alleingang durchsetzen.

Rapsanbau vom Neonikotinoid-Verbot betroffen

Von einem Neonikotinoid-Verbot, wie es die Kommission bislang plant, wäre in Deutschland insbesondere der Anbau von Winterraps betroffen. Der Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter (BDP) bekräftigte in Reaktion auf die jüngsten Entwicklungen seine Ablehnung des Verbots. Im Gegensatz dazu erneuerten Grünen-Politiker und Imkereiverbände ihre Forderung, das Verbot schnell einzuführen, um die Bienen zu schützen. Mehrere Landesregierungen wiederum hoben die Bedeutung der Imkerei für Natur und Landwirtschaft hervor.
Auch interessant