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Ernährung und Gesundheit

EU-Lebensmittelsicherheit dank verstärkter Kontrollen

Externer Autor ,
am
26.06.2010

Brüssel - Lebensmittel sind laut EU-Kommission im vergangenen Jahr noch sicherer geworden, unter anderem, weil zahlreiche Pflanzenschutzmittel vom Markt genommen wurden und die Grenzkontrolltätigkeit der EU verstärkt wurde.

Für bestimmtes Obst und Gemüse gibt es eine neue Kontrollregelung, in deren Rahmen Sendungen an den Außengrenzen einheitlich überprüft werden, bevor sie in die EU gelangen. Um zu erleben, wie das System in der Praxis funktioniert, besuchte EU-Gesundheitskommissar John Dalli den Hafen von Antwerpen und Mechelse Veilingen, eine landwirtschaftliche Genossenschaft und Gemüseversteigerung bei Mechelen.

"Bemühungen erfolgreich"

"Was ich gesehen habe, gibt mir vollstes Vertrauen, dass das Obst und Gemüse, das auf unsere Tische gelangt, sicher ist. Ich weiß, dass bewährte Verfahren für Lebensmittelsicherheit, wie wir sie heute gesehen haben, europaweit Verbreitung finden und dabei helfen, gemeinsam auf ein Ziel hinzuarbeiten, nämlich die EU-Bürger mit sichereren und ökologischeren Lebensmitteln zu versorgen. Die Mitgliedstaaten haben erhebliche Ressourcen investiert, um das neue System funktionstüchtig zu machen. Es hat sich gelohnt, die Bemühungen waren erfolgreich ", so Dalli, der die Anstrengungen der Landwirte und Händler, Pestizidrückstände möglichst niedrig zu halten, würdigte.

Sicherere Pestizide

Die EU-Rechtsvorschriften zu Pflanzenschutzmitteln sind vermutlich die strengsten weltweit. In den letzten beiden Jahren hat die Kommission die Rechtsvorschriften für Höchstgehalte an Pestizidrückständen in Lebens- und Futtermitteln harmonisiert und die Bewertung der Pflanzenschutzmittel auf dem Markt abgeschlossen. Von den ursprünglichen 1.000 Substanzen wurden daraufhin etwa 700 vom Markt genommen, was im Agrarbereich für heftige Diskussionen gesorgt hat.

Neue EU-Rechtsvorschriften

Außerdem hat die EU im November 2009 für die Zulassung von Pestiziden strengere Vorschriften erlassen, die im Juni 2011 in Kraft treten werden. Diese betreffen Stoffe, die im Verdacht stehen, krebserregend, erbgutverändernd, fortpflanzungsgefährdend und fürs Hormonsystem schädigend zu sein. Nach den neuen Vorschriften können derartige Substanzen nur dann zugelassen werden, wenn Menschen ihnen lediglich in vernachlässigbarem Maße ausgesetzt sind.

Gemeinsame Grenzkontrolle

Um zu gewährleisten, dass die Sicherheitsvorkehrungen in vollem Umfang eingehalten werden und somit ein hohes Verbraucherschutzniveau garantieren, ist ein effizientes Kontrollsystem erforderlich. Daher finden auf allen Ebenen der Lebensmittelkette Überprüfungen einheimischer und importierter Erzeugnisse statt. Nach den im Januar 2010 eingeführten EU-Vorschriften muss bestimmtes importiertes Obst und Gemüse an den Grenzen stärker kontrolliert werden.

Konkrete Ergebnisse 

Der Schwerpunkt dieser Überprüfungen, die von den zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten durchgeführt werden, liegt auf einer Liste von Erzeugnissen pflanzlichen Ursprungs aus diversen Drittländern, bei denen eine stärkere Überwachung erforderlich ist. Auf diesem Dokument, das alle drei Monate überarbeitet wird, stehen Erzeugnisse wie thailändisches Gemüse und Tropenfrüchte aus der Dominikanischen Republik. Seit Einführung dieser Regelung im Januar wurden rund 13.600 Sendungen mit importiertem Obst und Gemüse kontrolliert. 10 Prozent der getesteten Erzeugnisse entsprachen nicht den EU-Sicherheitsbestimmungen. (aiz)

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