Login
Politik EU

EU-Maßnahmen sollen Dioxinbelastung vorbeugen

von , am
24.10.2011

Brüssel - Anhand von vier Maßnahmen möchte die EU-Kommission Verbraucher und Betriebe vor Verunreinigungen mit Dioxin schützen. Die Regelungen könnten Mitte 2012 in Kraft treten.

Mit einer Verschärfung des Futtermittelrechts reagiert der Bundesrat auf die Dioxinvorfälle im letzten Jahr. © Mühlhausen/landpixel
Die Regelungen, die Mitte nächsten Jahres in Kraft treten dürften, sollen einen Rückruf von Lebensmitteln vom Markt und somit erhebliche Kosten für Verbraucher und Unternehmen vermeiden.
 
"Das Maßnahmenpaket ist die Reaktion der EU auf den Dioxinskandal im letzten Winter. Es soll dazu beitragen, die Lebens- und Futtermittelkette noch sicherer zu machen", betonte John Dalli, EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz. Die Kommission hat die Ursachen von Dioxinkontaminationen eingehend untersucht und folgende konkrete Maßnahmen entwickelt: Erstens müssen Futtermittelunternehmen, die pflanzliche Rohöle verarbeiten, aus Pflanzenölen gewonnene Produkte herstellen oder Fette mischen, von der zuständigen Behörde zugelassen und nicht nur registriert werden.
 
Die zweite Maßnahme sieht vor, dass Fette, die für Lebens- und Futtermittel bestimmt sind, während ihrer Herstellung und ihres Transports von Fetten für technische Zwecke streng getrennt werden. Auf dem Etikett der Erzeugnisse muss ausdrücklich auf die Verwendung hingewiesen werden. Diese Bestimmung soll sicherstellen, dass keine gesundheitsschädlichen Erzeugnisse in die Lebensmittelkette gelangen.

Laboratorien werden verpflichtet, überhöhte Dioxingehalte zu melden

Drittens ist ein EU-weit harmonisierter Plan mit obligatorischen Mindestuntersuchungen auf Dioxine geplant. Die Untersuchungen werden insbesondere an eher gefährdeten Erzeugnissen zu dem Zeitpunkt vorgenommen, an dem sie in die Futtermittelkette gelangen, sodass eine effiziente Nutzung der Ressourcen gewährleistet ist. Dies würde die Ermittlung von Verstößen und die Durchsetzung des Futtermittelrechts erleichtern. Außerdem würden die Futtermittelunternehmer anhand der Testergebnisse zum Vorkommen von Dioxin ihre HACCP-Systeme (Hazard Analysis and Critical Control Points – Gefahrenanalyse und Bestimmung der kritischen Kontrollpunkte) verbessern können.
 
Sollte die Erfahrung im Laufe der Zeit zeigen, dass Anpassungen erforderlich sind, können diese durch eine Klausel, welche eine Überprüfung der Überwachungsverpflichtung der Branche vorsieht, durchgeführt werden.
 
Viertens werden alle Laboratorien verpflichtet, überhöhte Dioxingehalte an die zuständigen Behörden zu melden. Der Entwurf wird dem Europäischen Parlament und dem Rat zur Prüfung vorgelegt.
Auch interessant