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Politik EU

EU-Milchpreis nur noch knapp über 30 Cent

von , am
30.07.2015

Brüssel - Die europäischen Milchbauern haben im Mai 2,7 Prozent mehr Milch als im Vorjahr gemolken. Damit bleibt das Angebot hoch, die Preisaussichten schlecht.

Leerer Melkstand
Sieben Bundesländer halten in Krisenzeiten Milchreduktionsprogramme für sinnvoll, laut den Protiokollerklärungen der AMK-Konfernez in Lüneburg. © Mühlhausen/landpixel
Die notwenige Anpassung des Angebots habe noch nicht stattgefunden, fasste die Milchbeobachtungsstelle der EU-Kommission (MMO) nach ihrer jüngsten Sitzung zusammen. Die Milcherzeugung der EU habe demnach im Mai die des Vorjahres um 2,7 Prozent (%) übertroffen. Über das Jahr sei mit einem Anstieg von 0,2 Prozent zu rechnen, was kaum zum Abbau der Überschüsse auf dem Milchmarkt beitrage.
 
Nach Angaben der Beobachtungstelle war der Produktionszuwachs in Irland, Polen, Ungarn, im Vereinigten Königreich, Portugal und Tschechien besonders stark.
 
Beim rückläufigen Export von Milchprodukten aus der EU machen die Milchexperten der EU-Kommission wenig Hoffnung. Der schwache Ölpreis dämpfe die Nachfrage im Mittleren Osten. Immerhin sei das Abkommen mit dem Iran ein Hoffnungsschimmer. Zahlen von Juni deuteten darauf hin, dass sich der Produktionszuwachs in den USA verlangsame.

EU-Milchpreis noch knapp über 30 Cent

Nach Berichten des MMO lagen die Milchpreise in der EU im Juni bei 30,4 Cent pro kg. In der alten EU-15 wurden im Schnitt 31,10 Cent pro kg gezahlt und in Osteuropa (EU-13) 26,55 Cent pro kg.
 
Anders gestaltet sich hingegen der Trend im Segment für Biomilch. Hier liegt der in Deutschland von den Molkereien ausgezahlte Preis seit Anfang des Jahres mehr oder weniger konstant bei der 47 Cent-Marke.
 

COPA/COGECA: Ohne Hilfen kein bestandsfähiger Milchsektor

Branchenverbände forderten in der Sitzungder MMO
  • eine Steuerung des Angebots in der EU,
  • höhere Interventionspreise und
  • zusätzliche Einkommensstützungen für die Erzeuger.
Der Dachverband der EU-Landwirte- und Genossenschaften, COPA-COGECA, erneuerte zudem seine Forderung nach einer Auszahlung der Direktzahlungen vor dem 1. Dezember und den Rückfluss der Superabgabe in den Sektor. "Ohne diese Maßnahmen werden wir in Zukunft keinen bestandsfähigen Milchsektor mehr haben, der für die Konsumenten eine ausgewogene, nahrhafte Ernährung sichert. Die EU-Kommission muss tätig werden", mahnte Mansel Raymond, Vorsitzender der COPA-COGECA Arbeitsgruppe "Milch".
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