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Politik EU

EU-Parlament beschließt Fischereireform

von , am
07.02.2013

Straßburg - Das Europäische Parlament hat sich am Mittwoch mit deutlicher Mehrheit für ein Ende der Überfischung und die gestaffelte Einführung eines Rückwurfverbots von Beifang ausgesprochen.

Die Hering- und Makrelenbestände der Färöer Inseln sind stark überfischt. © VDR/Fotolia
Die ehrgeizige Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik wurde von fast allen Parlamentsfraktionen unterstützt, heißt es in einer Meldung der Berichterstatterin für die Fischereireform im EU-Parlament, Ulrike Rodust (SPD Schleswig-Holstein). Nur große Teile der konservativen EVP stimmten demnach gegen die zur Abstimmung stehenden Kompromisstexte.
 
Laut Rodust sei dies "ein historischer Tag für unsere Meere". Mit dem Abstimmungsergebnis sei sichergestellt, dass es eine ehrgeizige Reform der Fischereipolitik geben könne. Einige Grüne Abgeordnete des Parlaments schwenkten zur Feier des Beschlusses im Parlament mit kleinen Fischen bedruckten Karten.

Keine überhöhten Fangquoten, kein Rückwurf von essbarem Fisch

Um der Überfischung ein Ende zu setzen, hat das Europäische Parlament beschlossen, dass ab 2015 keine überhöhten Fangquoten mehr möglich sein werden. Bis 2020 sollen sich die Fischbestände erholen. Zwischen 2014 und 2017 muss schrittweise der Rückwurf von essbarem Fisch zurück ins Meer beendet werden. Zurzeit dürfen die Fischer zu kleine oder nicht vermarktungsfähige Fische zurückwerfen und müssen für diese Fische auch keine Quote nutzen.
 
Rückwürfe sind laut Rodust Schuld an dem schlechten Image der Fischerei. "Nach Einführung des Rückwurfverbots werden unsere Fischer ihren Fisch als wirklich nachhaltig vermarkten können. Einige Fischer sind heute noch skeptisch, aber wir werden ihnen bei der Umstellung mit Pilotprojekten und mit Geld für selektivere Netze unter die Arme greifen", führt Rodust aus.

Regelbrecher sollen keine Fördermittel mehr erhalten

Das Plenum stimmte außerdem für eine Reform der Fischereiabkommen mit Drittländern, die die EU häufig mit Entwicklungsländern unterhält. Auch in den Gewässern dieser Länder darf die EU nicht mehr zur Überfischung beitragen. Damit die neuen Regeln auch eingehalten werden, sollen Regelbrecher in Zukunft keine EU-Fördermittel erhalten. Dies gelte für den einzelnen Fischer, aber auch für Mitgliedstaaten als Ganzes. "Wir werden umgehend Verhandlungen mit dem Fischereiministerrat aufnehmen, der bereits einen eigenen, allerdings weniger ambitionierten, Reformtext formuliert hat. Eine Einigung streben wir für Juni 2013 an", führt Rodust aus.
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