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Dorf und Familie

EU-Parlament: Mehr Geld gegen Bienensterben

aiz
am
16.11.2011

Brüssel - Das EU-Parlament fordert von den zuständigen Stellen und Mitgliedsländern gezielte Maßnahmen für den Bienenschutz, wie die Erhöhung der Investitionen für die Erforschung neuer Arzneimitteln.

Wegen des milden Winters ist der Befall mit Varroamilben dieses Jahr in Hessen besonders schlimm. © Mühlhausen/landpixel
Landwirte-Schulungen für die Verwendung von bienenfreundlichen Pflanzenschutzmitteln sollen ebenso unterstützt werden wie ähnliche Programme für Imker und Tierärzte zur Vorbeugung und Kontrolle von Krankheiten. Schließlich könne sich ein anschwellendes Bienensterben schwerwiegend auf Europas Lebensmittelproduktion und die Umweltstabilität auswirken, da die meisten Pflanzen von Bienen bestäubt werden, warnten die Parlamentarier am Dienstag während einer Plenartagung.
 
Die Abgeordneten fordern die Einrichtung nationaler Kontrollsysteme und harmonisierte Standards für Datensammlung auf EU-Ebene, die präziser über aktuelle Gesundheitsprobleme von Bienen informieren und einen besseren Vergleich erlauben. Die EU-Länder sollen ihre Forschung, Präventions- und Kontrollmaßnahmen bündeln und ihre Ergebnisse mit Labors, Bienenzüchtern, Landwirten und der Industrie teilen, um Überschneidungen zu vermeiden und eine höhere Wirksamkeit zu erzielen. Laut Entwurf sollen die Forschungsförderung auf EU-Ebene ebenso wie die Unterstützung von Diagnoselabors und Feldtests auf nationaler Ebene verstärkt werden.

Verbesserter Zugang zu neuen Arzneimitteln

Darüber hinaus sprachen sich die Abgeordneten für eine verbesserte Genehmigung und Verfügbarkeit von Tierarzneimitteln für Honigbienen aus. Pharma-Konzerne sollen motiviert werden, neue Medikamente zu entwickeln, beispielsweise für die Behandlung von Varroatose. Der übersteigerte Gebrauch von Antibiotika soll aufgrund der Auswirkungen auf die Qualität von Bienenprodukten und einer wachsenden Antibiotikaresistenz jedoch vermieden werden. Zudem solle die Kommission objektive Forschungen über die möglichen negativen Auswirkungen von GVO-Kulturen auf die Gesundheit von Honigbienen durchführen.

Importe überwachen

Strengere Kontrollen für importierte Produkte schlagen die EU-Parlamentarier vor. Damit soll die Entwicklungen der Tiergesundheit in Drittländern überwacht und die Einführung von exotischen Bienenkrankheiten vermieden werden. Geschätzte 84% der Pflanzenarten und 76% der Lebensmittelproduktion in Europa sind von der Bestäubung durch Bienen abhängig. Der Imkereisektor dient mehr als 600.000 Bürgern der Europäischen Union als Haupt- oder Nebeneinkommensquelle. Die Resolution wurde mit 534 Stimmen dafür, 16 dagegen und 92 Enthaltungen angenommen.
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