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Politik EU

EU: Parlamentarier fordern strengeren Tierschutz

von , am
06.07.2012

Straßburg - Die EU-Kommission soll jetzt beim Tierschutz härter durchgreifen, denn in einigen Mitgliedstaaten werden laut EU-Parlament die Verordnungen unzureichend eingehalten.

Mit dem Wohlstand wächst in Südafrika auch die Nachfrage nach Fleisch. © landpixel
Die Abgeordneten des EU-Parlaments forderten in einer Erklärung am Mittwoch mehr Kontrollen, die Schließung von Gesetzeslücken und höhere Strafen beim Tierschutz. Die Parlamentarier monieren in der Entschließung die Diskrepanzen unterschiedlicher Tierschutzgesetzgebungen. Sie fordern die Zusammenführung aller Vorschriften in einer einheitlichen EU-Tierschutz-Gesetzgebung, deren Einhaltung streng überwacht werden sollte.
 
Die Einheitlichkeit schafft laut Abgeordneten gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Bauern in der EU.

Kommission soll stärker eingreifen

Überdies soll die Kommission nicht, wie bei der Käfighaltung für Legehennen, einfach nur abwarten, heißt es in dem Bericht weiter. Stattdessen sprechen sich die Abgeordneten für vorbeugende Eingriffsmöglichkeiten der Kommission aus, wenn EU-Mitgliedstaaten neue Tierschutzstandards offensichtlich nicht fristgerecht einhalten. Zudem soll in Verhandlungen der EU um Freihandelsabkommen mit Drittländern der Tierschutz zum Thema gemacht werden. Schließlich wollen die Abgeordneten Fleisch von Tieren kennzeichnen, die vor dem Schlachten nicht betäubt wurden.

EU-Landwirte bejahen Vorschläge

Die EU-Landwirte- und Genossenschaftsverbände Copa-Cogeca können diesem Vorschlag durchaus etwas abgewinnen. Die Vereinheitlichung der Rechtsvorschriften für den Tierschutz müsse allerdings gleichzeitig mehr Flexibilität für die Betroffenen und den Abbau von Bürokratie und Verwaltungskosten mit sich bringen. "Die Landwirte sind bereit, hohe Tierschutzstandards einzuhalten. Die Mehrkosten, die durch die hohen Anforderungen verursacht werden, müssen aber über den Markt gedeckt werden. Unsere Partner entlang der Lebensmittelkette, einschließlich der Konsumenten, tragen dabei die Verantwortung und müssen bereit sein, für die zusätzlichen Leistungen zu bezahlen", erklärte Copa-Cogeca-Generalsekretär Pekka Pesonen.
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