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Ernährung und Gesundheit

EU-Rat verabschiedet Position zur Lebensmittelkennzeichnung

Externer Autor ,
am
22.02.2011

Brüssel - Vermutlich muss Schweine-, Geflügel- und Lammfleisch künftig verpflichtend mit einer Herkunftsangabe versehen werden. Auch Nährwertangaben kommen wahrscheinlich.

Viel Fett und Zucker sind bei weitem nicht die einzigen Ursachen dafür, ob jemand übergewichtig wird. Bewegungsmangel spielt eine mindestens ebenso wichtige Rolle. © Alterfalter/fotolia
Die EU-Agrarminister nahmen am Montag eine politische Einigung vom Dezember im Rahmen der Novelle zur EU-Lebensmittelkennzeichnung formell an. Da diese Forderung vom Europaparlament geteilt wird - das Hohe Haus drängt darüber hinaus sogar auf die Angabe des Ursprungs auch für eine Reihe von verarbeiteten Produkten -, dürfte dieser Punkt im Rahmen der Zweiten Lesung wohl nicht mehr umgestoßen werden.

Auch Energie-, Fett- und Zuckergehalte müssen angegeben werden

Ferner sieht die Ratsposition vor, dass künftig der Gehalt eines Produkts an Energie, Fett und gesättigten Fettsäuren, Kohlenhydraten und Zucker sowie Salz und Eiweiß verpflichtend auf der Verpackung angegeben wird - bezogen auf 100 g beziehungsweise 100 ml und in einem einheitlichen Blickfeld, aber nicht notwendigerweise auf der Vorderseite. Einzuhalten ist eine Mindestschriftgröße von in der Regel 1,2 mm bezogen auf die Höhe des Buchstaben x; auf kleinen Verpackungen genügen 0,9 mm. Von den Nährwertangaben ausgenommen bleiben alkoholische Getränke, abgesehen von den als Alkopops bekannten Mischgetränken.

Europäische Ernährungswirtschaft begrüßt die Ratsposition

Das Dossier wandert jetzt wieder zurück ins Parlament, wo die CDU-Politikerin Dr. Renate Sommer in den nächsten Monaten als Berichterstatterin ein Gesamtpaket schnüren muss. Der Dachverband der europäischen Ernährungswirtschaft (CIAA) begrüßte die Ratsposition insgesamt, übte aber an einzelnen Punkten Kritik. Abgelehnt wird eine Ausweitung der verpflichtenden Herkunftskennzeichnung, solange Verbraucher ohne diese Angabe nicht getäuscht würden. Das Mindeste sei die Durchführung einer Folgenabschätzung für eine solche Maßnahme.

Kritik an der Mindestschriftgröße

Ferner spricht sich der CIAA gegen eine Mindestschriftgröße aus, die 1 mm überschreitet, und befürchtet die Bewertung des Nährwertgehalts mit Ampelfarben durch die Hintertür. Der Rat spricht sich ausdrücklich dafür aus, dem Einzelhandel die Möglichkeit für ergänzende Kennzeichnungssysteme zu gestatten. Damit könnten britische Supermärkte ihre bestehende Ampelkennzeichnung fortführen. Der CIAA befürchtet dadurch eine Zersplitterung des Binnenmarkts. (AgE)
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