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Wirtschaft

EU spricht mit Japan wieder über Freihandel

AgE
am
08.07.2014

Brüssel - Bereits in dieser Woche sollen die Freihandelsgespräche zwischen der EU und Japan weitergehen. Europa verspricht sich im Agrarbereich beträchtliches Exportpotential.

Die EU-Agrar- und Ernährungswirtschaft exportierte zuletzt Waren im Wert von 5,5 Milliarden Euro jährlich nach Japan. © hecke71/Fotolia
Die Freihandelsgespräche der Europäischen Union mit Japan sind wieder auf Kurs. Die EU-Mitgliedstaaten gaben Ende Juni grünes Licht für eine Fortführung der Verhandlungen. Zuvor beurteilten die Delegationen wohlwollend einen Bericht der Europäischen Kommission über bisherige Zugeständnisse Nippons.
 
Tokio hatte sich nämlich im Vorfeld verpflichtet, bereits vor dem Abschluss eines Abkommens bestimmte nichttarifäre Handelshemmnisse abzubauen. Dem Vernehmen nach kritisierten die Mitgliedstaaten lediglich ausbleibende Fortschritte im Beschaffungswesen für den Eisenbahnbereich. Bereits in dieser Woche findet die nächste Verhandlungsrunde in Tokio statt.

EU sieht beträchtliche Ausfuhrchancen im Agrarbereich

Die EU verfolgt im Agrarbereich gegenüber Japan vorrangig offensive Exportinteressen. Japanische Zölle sind gerade im Bereich Nahrungsmittel und Getränke relativ hoch. Durch einen verbesserten Zugang zum Absatzmarkt von 128 Millionen Menschen würden sich beträchtliche Ausfuhrchancen ergeben.
 
Laut Kommission exportierte die EU-Agrar- und Ernährungswirtschaft zuletzt Waren im Wert von rund 5,5 Milliarden Euro jährlich nach Japan. Damit war das Land der fünftwichtigste Handelspartner für die Branche weltweit. Exportschlager sind mit Abstand Schweinefleisch und Wein; es folgen Käse, Getreide, Obst- und Gemüsezubereitungen sowie Olivenöl.
 
Im Gegenzug importiert die EU Agrar- und Ernährungsgüter im Wert von gut 600 Millionen Euro jährlich aus Japan. Volkswirtschaftlich gesehen ist die EU vorrangig am Zugang zum Maschinen- und Automarkt des Inselreichs interessiert.
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