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Politik international

EU und USA unterzeichnen Bio-Handelsabkommen

© EC
von , am
15.02.2012

Nürnberg - EU-Agrarkommissar Ciolos und die stellvertretende US-Landwirtschaftsministerin Merrigan unterzeichneten heute ein Handelsabkommen zur Anerkennung gegenseitiger Biostandards.

Die Europäische Union und die USA haben ihre Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen wieder aufgenommen. © pixelio
Mit dem Abkommen erkennen die EU und die USA ihre Produktionsstandards für Biolebensmittel gegenseitig als gleichwertig an. Für Erzeuger und Verarbeiter in Europa genügt es ab dem 1. Juni 2012, die Anforderungen der EU-Ökoverordnung zu erfüllen, um ihre Waren in die Vereinigten Staaten liefern zu dürfen. Umgekehrt berechtigt die Erfüllung des National Organic Programs (NOP) die US-Erzeuger zur Lieferung auf den Binnenmarkt. Bisher mussten Ökohersteller beiden Standards genügen, wenn sie in die USA beziehungsweise die EU exportieren wollten. Dazu waren aufwändige Einzel-Zertifizierungen notwendig. Doppelte Gebühren, doppelte Inspektionen und doppelter Verwaltungsaufwand waren die Folge. Das hat den Warenaustausch behindert.

Das Abkommen baut bürokratische Hürden ab

Dr. Alexander Gerber, Geschäftsführer des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) © Werkbild
Die Europäische Kommission schätzt den Biomarkt in den USA und Europa auf zusammen rund 40 Milliarden Euro. Über 90 Prozent des globalen Umsatzes mit Bioprodukten werden auf den beiden Märkten generiert. Der Handel zwischen den beiden Kontinenten ist aufgrund der bürokratischen Hürden bisher jedoch eher gering.
Nach Einschätzung von Dr. Alexander Gerber, dem Geschäftsführer des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), wird das Äquivalenzabkommen den transatlantischen Handel beleben. Einen Qualitätsverlust erwartet Gerber nicht. Die EU-Ökoverordnung und das NOP bewegten sich insgesamt auf einem ähnlichen Niveau, erläutert der Bioexperte.

Abweichungen beim Einsatz von Antibiotika

Norbert Lehmann, Redaktion agrarmanager
Norbert Lehmann, Redaktion agrarmanager
Eine wesentliche Ausnahme gibt es allerdings: In den USA dürfen in der Ökotierhaltung keine Antibiotika eingesetzt werden, während die europäischen Bestimmungen im akuten Krankheitsfall bis zu zwei Anwendungen erlauben. Umgekehrt darf in den USA die gefährliche Obstbaumkrankheit Feuerbrand mit Antibiotika bekämpft werden, im europäischen Bioanbau nicht. Darum bleibt es für Fleisch sowie Äpfel und Birnen bei der Regelung, dass Zertifizierer den Verzicht auf Antibiotika bestätigen müssen.
 
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