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Politik EU

EU verschärft Zulassung für Futtermittelhersteller

von , am
12.04.2012

Brüssel/Berlin - Die neue EU-Verordnung wurde mit der Veröffentlichung am 16. März 2012 im EU-Amtsblatt rechtlich verankert und gilt ab 16. September 2012.

Die EU lässt weiter fünf Prozent konventionelle Bestandteile im Biofutter zu. © Mühlhausen/landpixel
Die EU-Kommission hat die Auflagen für Futtermittelhersteller verschärft. Demnach erfolgt künftig die Zulassung von Produzenten, die Futtermittel aus pflanzlichen Ölen und Mischfetten in Verkehr bringen, EU-weit nach einem einheitlichen Verfahren. 
 
Weitere Inhalte der Verordnung sind besondere Anforderungen an die Herstellung, Lagerung, Beförderung und Dioxinuntersuchung von Ölen, Fetten und daraus gewonnenen Erzeugnissen. Folglich sieht die Verordnung eine klare Trennung der Produktionsströme vor.

Getrennte Produktionsströme werden Pflicht

Die Lagerung und Produktion von Fetten für Futtermittel müssen künftig von jenen für die technische Industrie strikt getrennt werden. In Deutschland soll diese Regelung noch um eine nationale Zulassungspflicht für Unternehmen ergänzt werden, die gleichzeitig mit Futterfetten und technischen Fetten handeln. Die entsprechende Rechtsverordnung, die noch der Zustimmung des deutschen Bundesrates bedarf, soll zeitgleich mit den europäischen Regelungen im Herbst 2012 in Kraft treten.

Strengere Regeln für die Futtermittelkontrolle

Zudem sieht die EU-Verordnung strengere Regeln für die Futtermittelkontrolle vor: Demnach müssen Unternehmer, die sowohl Futterfette und Futteröle sowie daraus hergestellte Erzeugnisse in den Verkehr bringen, ihre Produkte zukünftig in festgelegten regelmäßigen Abständen untersuchen lassen. Deutschland hatte der EU-Kommission bereits im vergangenen Jahr einen Vorschlag für diese EU-weit geltenden Futtermittel-Regelungen vorgelegt.

Aigner: `Verbraucher jetzt noch besser geschützt`

Im Oktober 2011 hatten die Mitgliedstaaten der Initiative zugestimmt. Stein des Anstoßes war der Dioxin-Skandal Ende Dezember 2010. Die Ursache war ein Futtermittelunternehmen in Norddeutschland, das mit Dioxinen belastete Industriefette für die Herstellung von Futtermitteln verwendet hatte. Die deutsche Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner hat daraufhin den "Aktionsplan Verbraucherschutz in der Futtermittelkette" vorgelegt und vorangetrieben.
 

Video "agrarheute.com unterwegs: Besuch des Milchviehbetriebs Meerwarth"

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