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Politik EU

EU verstärkt Förderung für nachhaltige Landwirtschaft

von , am
09.10.2012

Brüssel - Eine gemeinsame Absichtserklärung des EU-Entwicklungskommissars und des Präsidenten des IFAD soll die nachhaltige Landwirtschaft fördern und den Hunger bekämpfen.

Indiens neue Regierung wollte den Handelsvertrag mit Blick auf die aktuell noch möglichen Hungerhilfen nicht unterzeichnen. © kede/aboutpixel
Der EU-Entwicklungskommissar Andris Piebalgs und der Präsident des Internationalen Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD), Kanayo F. Nwanze, haben vergangene Woche in Brüssel eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet, um die Zusammenarbeit zwischen der EU und dem IFAD im Bereich der Landwirtschaft weiter zu verstärken.

Partnerschaft soll die Ernährung sichern

Im Rahmen dieser vertieften Partnerschaft werden die EU und der IFAD gemeinsam Herausforderungen in den Bereichen nachhaltige Landwirtschaft sowie Ernährungssicherheit und Nährstoffversorgung angehen, um die Armut in ländlichen Gebieten in Entwicklungsländern zu verringern. Priorität haben dabei die Entwicklung von Technologien zur nachhaltigen Intensivierung der Landwirtschaft (d. h. die Steigerung der Produktion durch effizientere Nutzung der Ressourcen) und die Förderung innovativer ländlicher Finanzierungsmechanismen (wie z. B. öffentlich-private Finanzierungslösungen), die vor allem Kleinbauern, ob Männer oder Frauen, zugute kommen.

Kleinbauern in Afrika werden unterstützt

Weitere Schwerpunkte sind die Unterstützung der Kleinbauern bei der Anpassung an den Klimawandel und die Gewährleistung eines gerechten Zugangs zu Landbesitz. Ein Beispiel für diese Partnerschaft ist das Support to Farmers Organisations in Africa Programme, das von der EU mit fünf Millionen und dem IFAD mit 1,5 Millionen Euro kofinanziert wurde. Dieses Programm hat dazu beigetragen, landwirtschaftliche Organisationen zu stärken und deren Einflussnahme auf die Politik zu erhöhen, so dass die Bedürfnisse der Kleinbauern stärker berücksichtigt werden.
 
Zurzeit wird ein Folgeprogramm (Farmers Africa) entwickelt, das von der EU mit Finanzmitteln in Höhe von 26,9 Millionen Euro ausgestattet werden und an die bisherigen Ergebnisse anknüpfen soll.

Hintergrund

Der Internationale Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD) hilft der armen Landbevölkerung, mehr Nahrungsmittel anzubauen und zu verkaufen, ihre Einkommen zu steigern und die Richtung ihres eigenen Lebens zu bestimmen.
 
Seit 1978 hat der IFAD im Rahmen von Projekten, die etwa 400 Millionen Menschen ermöglicht haben, den Weg aus der Armut zu finden, fast 14 Milliarden US-Dollar in Zuschüsse und zinsvergünstigten Darlehen für Entwicklungsländer investiert und damit zur Schaffung dynamischer ländlicher Gemeinschaften beigetragen.
 
Der IFAD ist ein internationales Finanzinstitut und eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit Sitz in Rom, wo auch die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen ansässig ist. Der Fonds ist eine Partnerschaft von 168 Mitgliedern aus der Organisation der Erdöl exportierenden Länder (OPEC), anderen Entwicklungsländern und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Die EU steht in der Pflicht

Die Europäische Kommission investiert jedes Jahr rund eine Milliarde Euro in die Landwirtschaft und die Ernährungssicherheit und Nährstoffversorgung. Sie hat sich dazu verpflichtet, die Zahl der Kinder mit Wachstumsschäden (Kinder, deren Wachstum und Entwicklung infolge des mangelnden Zugangs zu geeigneten Nahrungsmitteln gehemmt worden ist) bis 2025 durch ihre Entwicklungsprogramme um mindestens sieben Millionen zu verringern.
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