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Wirtschaft

EU will mehr Freihandel mit Nordamerika

AgE
am
13.02.2013

Brüssel - Die EU-Staats- und Regierungschefs gaben am vergangenen Freitag grünes Licht für die Aufnahme von Verhandlungen über ein umfassendes Freihandelsabkommen mit den Vereinigten Staaten.

Beobachter erwarten, dass US-Präsident Barack Obama in seiner Rede zur Lage der Nation darauf eingehen wird. Die vergangene Woche von der EU eingeräumten Erleichterungen für die Einfuhr von Rindfleisch und lebenden Schweinen aus den USA können als Indizien gewertet werden, dass Brüssel bemüht ist, Washington milde zu stimmen.
 
Ein Freihandelsabkommen zwischen den beiden neben Ostasien wichtigsten Handelsblöcken der Welt dürfte die Wirtschaft von EU und USA enorm beflügeln. Unterdessen haben die laufenden Freihandelsgespräche der Gemeinschaft mit Kanada einen herben Rückschlag erhalten.

Rückschlag bei Gesprächen mit Kanada

Dem Vernehmen nach verlangte der kanadische Handelsminister Ed Fast anlässlich eines hochrangigen Treffens mit EU-Agrarkommissar Dr. Dacian Cioloş und Handelskommissar Karel De Gucht in Ottawa einen zollvergünstigten Zugang zum EU-Markt für 100.000 Tonnen Rindfleisch. Diese Forderung ist für die EU jedoch inakzeptabel; abgesehen von der Höhe an sich würde dadurch ein Präzedenzfall für künftige Verhandlungen mit den USA geschaffen. Aus Kommissionskreisen wurde betont, dass die Gespräche deshalb nicht gescheitert seien. Allerdings lege man mehr Wert auf die Qualität eines Abschlusses als auf die Geschwindigkeit.
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