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Umwelt

EU will stärker gegen Bodenversiegelung vorgehen

© M. Welling
von , am
25.05.2011

Brüssel - Jedes Jahr geht in Europa durch die fortschreitende Urbanisierung und den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur eine Bodenfläche verloren, die größer ist als die Fläche der Stadt Berlin.

Dieser unhaltbare Trend gefährdet die Verfügbarkeit von fruchtbaren Böden und Grundwasservorkommen für künftige Generationen. In einem neuen Bericht, der am Montag von der EU-Kommission veröffentlicht wurde, wird ein dreigliedriger Ansatz empfohlen, der sich auf die Begrenzung der Bodenversiegelung, die Eindämmung ihrer Auswirkungen und den Ausgleich der Verluste von wertvollen Böden durch Maßnahmen in anderen Bereichen konzentriert. Zwischen 1990 und 2000 gingen in der EU täglich mindestens 275 ha Boden durch Verbauung verloren, das entspricht 1.000 km2 im Jahr. Die Hälfte davon ist dauerhaft durch undurchlässige Schichten von Gebäuden, Straßen und Parkplätzen versiegelt. Dem Bericht zufolge ist diese Entwicklungstendenz in den letzten Jahren auf 252 ha pro Tag gesunken, aber das Ausmaß des Landverbrauchs ist immer noch besorgniserregend.

Dreigliedriger Ansatz gegen Bodenverbrauch

In dem Bericht wird ein dreigliedriger Ansatz zur Lösung des Problems vorgeschlagen. Dabei geht es erstens um die Begrenzung des fortschreitenden Bodenverbrauchs durch verbesserte Raumplanung. Zweitens sollen dort, wo eine Bodenversiegelung nicht vermieden werden kann, die daraus resultierenden Schäden - etwa mittels durchlässiger Oberflächen anstelle von herkömmlichem Asphalt - begrenzt werden. Drittens sollen als Gegengewicht zu Bodenverlusten Ausgleichsmaßnahmen an einem anderen Ort durchgeführt werden. Die Ergebnisse dieses Berichts werden in ein technisches Papier der Kommission einfließen, das derzeit mithilfe von nationalen Sachverständigen erstellt wird und Anfang 2012 fertig sein soll.
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