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Politik EU

EU-Zuckermarkt soll Nachschub erhalten

von , am
01.02.2011

Brüssel - Die Europäische Kommission will einer Verknappung am EU-Zuckermarkt vorbeugen. Bestehende Überschüsse sollen künftig am Binnenmarkt verkauft werden.

© monregard/fotolia.com
Um der Verknappung am Zuckermarkt entgegenzuwirken sollen insbesondere bestehende Überschüsse aus heimischer Produktion nicht wie ursprünglich geplant in den Export ießen, sondern am Binnenmarkt verkauft werden dürfen. Ferner soll ein zusätzliches Importkontingent für Zucker aus Drittländern eröffnet werden. Das hat die Brüsseler Behörde am vergangenen Donnerstag auf der Sitzung des zuständigen Verwaltungsausschusses in Aussicht gestellt. Details gab die Kommission nicht preis, ebenso wenig wie einen Zeitplan.
 
EU-Agrarkommissar Dr. Dacian Cioloş dürfte damit der Spekulation auf weiter steigende Zuckerpreise entgegentreten wollen. Ein Appell der EU-Landwirtschaftsminister dürfte letzte Zweifel beseitigt haben: Sie riefen die Kommission am Montag vergangener Woche schriftlich auf, die Freigabe des Nicht-Quoten-Zuckers für den Binnenmarkt zu prüfen.
 

Exportfreigabe stieß auf Widerstand

In europäischen Lagern benden sich noch 350.000 Tonnen Zucker, der über die zulässigen Quoten hinaus produziert wurde. Unter normalen Umständen werden diese Mengen entweder mit der Quote des Folgejahres verrechnet oder aber auf den Weltmarkt gebracht.
Die Kommission hatte im November vorgeschlagen, den Zucker zum Export freizugeben. Das war auf heftigen Widerstand aus der Ernährungswirtschaft gestoßen, die sich Versorgungsengpässen am Binnenmarkt gegenübersieht.
 

Verdoppelung der Preise an der Börse

Der in London gelistete März-Kontrakt für Weißzucker schloss am vergangenen Mittwoch bei 799 Dollar je Tonne (588 Euro je Tonne). Damit wurde er mehr als doppelt so teuer gehandelt wie Anfang Juni. Der bisherige Höchststand wurde am 29. Dezember 2010 mit 826 Dollar je Tonne (607 Euro je Tonne) erreicht. (AgE)
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