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Wirtschaft

Euronext Weizenfutures: Trend zur 200-Euro-Marke

aiz
am
26.01.2015

Der schwache Euro lässt die Weizenfutures an der Euronext wieder der 200-Euro-Marke annähern. Aufgrund der russischen Exportsteuer wachsen laut IGC die Weizenausfuhren der Europäischen Union.

© Rainer Sturm
Das Billionen-Aufkaufsprogramm europäischer Staatspapiere der EZB schwächt den Euro und macht die EU-Weizenexporte auf den Weltmarkt wettbewerbsfähiger. Diese Entwicklungen ließen die europäischen Mahlweizenfutures an der Euronext in Paris zum Liefertermin März am Freitag wieder der 200-Euro-Marke annähern. Die EU-Kommission vergab in der abgelaufenen Woche Weizenexportlizenzen für 728.000 Tonnen (t), womit sich die Ausfuhren im laufenden Wirtschaftsjahr 2014/15 auf 16,1 Mio. t summieren.

Russland und Ukraine deckeln Exporte

Nachdem Russland eine Exportsteuer zur Eindämmung des Weizenabflusses beschloss, einigte sich die ukrainische Regierung mit den Exporteuren auf freiwilliger Basis, im verbleibenden Wirtschaftsjahr bis Ende Juni nur mehr 1,2 Mio. t Weizen außer Landes zu lassen, davon 900.000 t im ersten Quartal und 300.000 t im zweiten. Das Agreement sieht vor, dass das Schwarzmeerland in der gesamten Saison seine Weizenverkäufe in Drittländer bei 12,8 Mio. t deckelt. Demnach müssen die ukrainischen Exportfirmen schon 11,6 Mio. t an Exportgeschäften in den Büchern haben. Die Weizenernte 2014 erreichte einen Rekord von 24,1 Mio. t, wovon im Land selbst 12 Mio. t verbraucht werden.

IGC: Globale Getreideernte bei 2 Milliarden Tonnen

Der Internationale Getreiderat IGC veröffentlichte am Donnerstag den ersten Grain Market Report in diesem Kalenderjahr. Darin revidiert er gegenüber dem November die globalen Ernten von Getreide um 12 Mio. t auf den Rekordwert von 2.002 Mio. t hinauf. Davon entfallen 10 Mio. t des Produktionsplus auf Mais. Obwohl ebenfalls der weltweite Verbrauch höher angesetzt wird, erhöhen die Londoner Experten auch ihre Endbestandsprognose um 3 Mio. t auf 432 Mio. t, den höchsten Wert seit Mitte der 80er-Jahre. Der Bestandsaufbau zur Vorsaison 2013/14 beträgt damit 30 Mio. t.

Endlagerbestände der EU schrumpfen

Die Weizenernte belässt der Rat bei 717 Mio. t, die Bilanz wird aber wegen einer verringerten Verbrauchsschätzung mit einem Endlager von 196 Mio. t um 3 Mio. t schwerer als im November-Report. Während sich die Aussichten für den Weichweizenexport Russlands wegen der Restriktionen um 4,2 Mio. t auf 18,5 Mio. t verschlechtern, soll die EU nunmehr nochmals 1,5 Mio. t mehr und insgesamt 29,6 Mio. t Weichweizen ausführen können. Damit reduziert sich die Endbestandsprognose für die Union gegenüber November um 800.000 t auf 15 Mio. t.

Soja: Endbestände wachsen

Eine Rekordernte - 312 Mio. t, um 4 Mio. t mehr als im November und um 10% mehr als im Vorjahr - sieht der IGC auch bei Sojabohnen. Trotz wachsenden Importbedarfs Chinas halten die Verbrauchszuwächse mit der Produktion nicht mit und die Endbestände wachsen gegenüber 2013/14 auf den Spitzenwert von 42 Mio. t. Der Preisindex des IGC für Getreide und Ölsaaten sank seit dem November um 6%, wobei vor allem Sojabohnen 8,8% verloren und sich Mais am besten hielt. Den Weizenpreisen halfen zwar die Exportrestriktionen Russlands, letztendlich überwog aber das große weltweite Angebot und drückte den Weizen-Subindex um 5,7%.

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