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Umwelt

Europäer besorgt über Artenschwund

von , am
14.11.2013

Brüssel - Zahlreiche Europäer sind über den Rückgang der Arten- und Naturraumvielfalt besorgt. Das geht aus einer aktuellen repräsentativen Eurobarometer-Umfrage hervor.

Danach halten 88 Prozent (%) der rund 26.500 Befragten den Verlust an Biodiversität für ein Problem; sogar 97 % sind der Meinung, es sei eine moralische Verpflichtung, den Rückgang zu stoppen.
 
In der Rangliste potentieller Gefahren rangiert der Bereich "intensive Landwirtschaft, Entwaldung und Überfischung" auf Rang drei hinter Umweltverschmutzung und von Menschen verursachten Katastrophen wie Ölpest oder Chemieunfällen. Von den Interviewten sprechen sich 63 % nachdrücklich dafür aus, Beihilfen für Landwirtschaft und Fischerei an Artenschutzauflagen zu knüpfen, während 54 % unbedingt Ausgleichszahlungen für Naturschutzmaßnahmen unterstützen.

Vielen Befragten ist die Ausweitung von Naturschutzgebieten wichtig

Ein großer Teil der Befragten ist der Auffassung, einen persönlichen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität zu leisten. Fast alle gaben an, keinen Abfall in Wäldern oder am Strand zurückzulassen und Wildtiere nicht zu stören. Rund vier von fünf kaufen nach eigener Aussage umweltfreundliche Produkte. An konkreten Naturschutzprojekten beteiligen sich jedoch nur 12 % bis 15 %. Während 73 % einräumen, noch nie etwas von Natura-2000-Gebieten gehört zu haben, messen 65 % der Ausweitung von Naturschutzgebieten eine sehr hohe Bedeutung zu.

EU-Umweltkommissar fordert konkrete Maßnahmen

"Es ist erfreulich, dass der Öffentlichkeit zunehmend bewusst wird, welche Bedeutung der biologischen Vielfalt zukommt", erklärte EU-Umweltkommissar Janez Potočnik anlässlich der Veröffentlichung der Umfrage vergangene Woche in Brüssel. Er rief die Mitgliedstaaten auf, daraus konkrete Maßnahmen abzuleiten, um die Ziele der EU-Biodiversitätsstrategie zu erreichen. Darin ist unter anderem vorgesehen, den Rückgang der Artenvielfalt bis zum Ende des Jahrzehnts zu stoppen.
 
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