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Politik EU

Europawahl: Markus Ferber, Spitzenkandidat der CSU

von , am
31.01.2014

Mit 98,3 Prozent hat die CSU ihren Europagruppenchef Markus Ferber zum Spitzenkandidaten für die Europawahl gekürt. Im Wahlkampf setzt die CSU auf mehr Bürgernähe und weniger Bürokratie.

Markus Ferber, CSU-Spitzenkandidat für die Europawahl. © CSU
232 von 236 gültigen Stimmen hat Markus Ferber bei der Nominierungsversammlung der CSU erhalten. Damit wurde Ferber mit 98,3 Prozent zum Spitzenkandidaten der CSU für die Europawahl bestimmt.
 
Im Wahlkampf will die CSU auf die Forderung nach mehr Bürgernähe und weniger Bürokratie setzen. Außerdem soll die EU-Kommission nach CSU-Ansicht deutlich kleiner werden, sowie eine mehrjährige Pause bei der Aufnahme neuer Mitgliedsstaaten in die EU gelten.
 
Offiziell werden diese Pläne allerdings erst nach der bayerischen Kommunalwahl im März. Dann will die Partei ihr Europawahlprogramm verabschieden. 

CSU: 'überzeugte Europäer', keine Vollmitgliedschaft für die Türkei

Die CSU sieht sich selbst als "überzeugte Europäer", die zwischen blinder Europabegeisterung und blinder Europaablehnung stehen. Ablehnend steht Markus Ferber einem EU-Beitritt der Türkei gegenüber. Stattdessen plädiert man nach wie vor auf die so genannte "privilegierte Partnerschaft". Anfang des Jahres hatte die CSU Schlagzeilen mit der Debatte um "Armutszuwanderung" gemacht. Seit Anfang 2014 haben Rumänen und Bulgaren freien Zugang zum hiesigen Arbeitsmarkt.
 
Im Finanzmarktsektor setzt Ferber auf eine europäische Bankenaufsicht. Dafür ist Ferbers Ansicht nach eine Aufsichtsbehörde nötig, die auch grenzüberschreitende Finanztransaktionen überwacht, denn nationale Behörden seien mit derlei Aufgaben überfordert. "Deswegen brauchen wir eine Europäische Bankenunion", erklärt Ferber. Entscheidend sind für ihn dabei drei Elemente: eine europäische Bankenaufsicht, ein gemeinsamer Fonds zur Abwicklung von "Pleitebanken" und ein europäisches Einlagensicherungssystem für Bankeinlagen.
 
Eine gemeinsame Euro-Anleihe lehnt Ferber ab, denn "dann müssten doch diejenigen Mitgliedsstaaten, die über Jahre hinweg solide und vorbildlich ihren Haushalt geführt haben, für Missstände in den restlichen Mitgliedsstaaten finanziell büßen."

Ein Augsburger in der EU

Markus Ferber wurde am 15. Januar 1965 in Augsburg geboren. Der studierte Elektrotechniker arbeitete zunächst als Entwicklungsingenieur bei Siemens und war später bei Pfister für Exporte im Bereich Umwelttechnik zuständig. 
 
In die Junge Union ist Ferber 1982 eingetreten, 1983 dann in die CSU. Seit Juni 1994 ist er Mitglied des Europäischen Parlaments. Aktiv ist er im Ausschuss für Verkehr und Fremdenverkehr, seit 2009 gehört er dem Ausschuss für Wirtschaft und Währung an. 
 
Ferber bezeichnet sich selbst als begeisterten Leser, am Wochenende radelt und wandert er durch seine schwäbische Heimat.
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