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Ernährung und Gesundheit

Experten: 'Baybnahrung wird Milchnachfrage pushen'

pd/rk
am
15.05.2014

Die Experten sind sich einig: Die weltweite Nachfrage nach Milch und Milchprodukten wird größer ausfallen als das Anbot. Vor allem Babynahrung wird gefragt. Die Experten trafen sich am Dienstag in Brüssel.

Um 2,3 Prozent (%) wird die weltweite Nachfrage nach Milch und Milchprodukten jährlich steigen. Davon gehen die EU-Vertreter aus, die am Dienstag an einem Seminar von Copa-Cogeca zur Überarbeitung des Milchpaketes in Brüssel teilgenommen haben. Als Treiber wird vor allem eine aufstrebende Wirtschaft wie China gesehen.
 
Die Experten sehen insgesamt gute Chancen für Milcherzeuger in der EU und betonen, Erzeuger müssten diese Chance nutzen. Babynahrung wird eine tragende Rolle bei der Nachfrage einnehmen.

China: Verbrauch um 317 Prozent gestiegen

In China ist der Pro-Kopf-Verbrauch nach Berichten von Copa-Cogeca von 1998 bis 2013 bereits um 317 % gestiegen und beläuft sich derzeit auf 25 Kilogramm. Nach Aussage der Experten wird sich der bis 2020 verdoppeln. Sie wiesen jedoch auch darauf hin, dass die Art der Nachfrage sich verändern und eine andere Produktmischung betreffen werde. In diesem Zusammenhang äußerten sie, dass eine Zunahme bei Babynahrung erwartet werde.
 
Für die nächsten zehn Jahre wird ein moderates Wachstum der europäischen Produktion erwartet, das hauptsächlich von Käse absorbiert wird.

Experten warnten vor den logistischen Problemen

Der Vorsitzende der Arbeitsgruppe "Milch und Milchprodukte", Mansel Raymond, warnte vor logistischen Problemen und Bürokratieauffwand. Er zählte Veterinärzertifikate, Ausfuhrlizenzen, Pflanzenregistrierung oder Zulassungen auf. Er appellierte an die EU-Kommission, Hilfestellung für den Abbau von Bürokratie und Verwaltungsaufwand beim Export von Erzeugnissen in Nicht-EU-Märkte zu leisten.  

'Milchpaket steckt in den Kinderschuhen'

Zur Umsetzung des EU-Milchpakets wurde noch nichts Konkretes geäußert. Raymond sagte: "Das Paket steckt allerdings noch in den Kinderschuhen. Es wird Zeit brauchen, bis es Wirkung zeigt."
 
Das Milchpaket wurde derzeit auf freiwilliger Basis im Vereinigten Königreich, Belgien, der Tschechischen Republik, Dänemark, Estland, Deutschland, den Niederlanden, Polen und Schweden sowie verpflichtend in Zypern, Frankreich, Spanien, Ungarn, Litauen, Lettland, Portugal, Slowenien, der Slowakei, Italien, Rumänien und Bulgarien umgesetzt.
 
Es dient dazu, die Vertragsbeziehungen zwischen Landwirten und Verarbeitern zu stärken und die Position der Landwirte zu verbessern, sodass sie einen besseren Preis für ihre Milch erwirtschaften können. 

EU-Kommissar: Mehr Absatzförderung und Milchmarktbeobachtung

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