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Umwelt

Experten diskutieren über Nachhaltigleit

von , am
27.09.2012

Berlin - Gestern trafen sich Vertreter der Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Landwirtschaft in Berlin, um über das Thema Nachhaltigkeit zu sprechen. Uns es zeigte sich, dass sie damit den Nerv der Zeit treffen.

Im Festsaal der Berliner Humboldt-Universität zu Berlin drehte sich gestern alles um die Nachhaltigleit. Die Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft (FNL) hat in Kooperation mit dem Deutschen Raiffeisenverband (DRV) das 1. Berliner Nachhaltigkeitsforum durchgeführt.
Über 100 Teilnehmer sind gekommen, um über dieses Thema zu diskutieren. Zunächst galt es zu klären, was genau mit dem Wort Nachaltigkeit eigentlich gemeint ist. FNL-Geschäftsführer Dr. Gibfried Schenk betonte: "Der Begriff Nachhaltigkeit" wird in der gesellschaftlichen Diskussion um die zukünftige Agrar- und Ernährungswirtschaft geradezu inflationär benutzt und oft einseitig auf das Thema Ökologie fokussiert. Die Referenten aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Landwirtschaft konnten sich darauf einigen, dass es um eine Balance geht. Die Balance zwischen Ökonomie, Ökologie und Soziale Aspekte.

Paradigmenwechsel in der Gesellschaft

Klaus-Peter Schöppner, Geschäftsführer des TNS Emnid Instituts, stellte eine spannende Studie zu Beginn der Veranstaltung vor. Er sprach von einem gesellschaftlichen Wandel in Deutschland - einem Paradigmenwechsel. 80 Prozent der Bevölkerung fühlten sich beunruhigt. Die Finanzkrise, die demografische Entwicklung aber auch die Globalisierung schlage auf die Stimmung der Deutschen, so Schöppner. Was passiert in solchen Zeiten? Die Menschen suchen Geborgenheit und besinnen sich auf Werte wie Heimat, Natur, Regionalität. Und hier kommt die Landwirtschaft ins Spiel.
 
Das Interesse der Bevölkerung an der Landwirtschaft ist in den letzten zehn Jahren enorm gestiegen. 46 Prozent haben in der Emnid-Umfrage gesagt, dass sie großes Interesse an landwirtschaftlichen Themen haben und 79 Prozent erwarten mehr Berichte über die Landwirtschaft. Dabei sind die Ansprüche der Bevölkerung an die Landwirtschaft groß -wahrscheinlich größer als jeh zuvor.  An erster Stelle steht immer der verantwortungsvolle Umgang mit Tieren. Transparenz, Vertrauen und Nachhaltigkeit sind die Schlagwörter.
Die mentale Lage der Nation ist für die Landwirtschaft eine Chance. Wenn wir jetzt richtig über die reale Landwirtschaft informieren, auf Nachhaltigkeit setzen wird sich das Image der Landwirtschaft immer weiter verbessern.

Über den Tellerand schauen

Prof. Dr. Dr. h.c. Harald von Witzke, Humboldt-Universität zu Berlin, thematisierte anschließend die Herausforderungen für die Agrar- und Ernährungswirtschaft. Für ihn ist das Zeitalter der landwirtschaftlichen Tretmühle beendet. Die globale Nachfrage nach Nahrungsmittel steigt. Er setzt ganz klar auf Produktivitätssteigerung im Kampf gegen- Hunger und Mangelernährung,
- Klimawandel
- sowie Erhaltung natürlicher Lebensräume. Für von Witzke ist es ein Skandal,  dass die EU zum weltweit größten Nettimporteur von Agrarprodukten geworden ist. Wenn wir die Produktion in der EU nicht nachhaltig steigern, würden in anderen Ländern Flächen für die Produktion von Agrargütern duch Rodungen geschaffen – mit fatalen Folgen für den Klimawandel, so von Witzke
 
Weitere Gäste des Forums waren: Paul Daum, Bereichsleiter Qualitätsmanagement der Kaiser's Tengelmann GmbH, und Dr. Philipp Inderhees, Leiter Nachhaltigkeitsmanagement DMK Deutsches Milchkontor GmbH. Sie beleuchteten das Thema aus unternehmerischer Sicht und präsentierten Praxisbeispiele für Nachhaltigkeit. Der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), Peter Bleser MdB, erläuterte die Perspektiven für eine zukunftsfeste nachhaltige Landwirtschaft.
 
 
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