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Politik international

Export von Wertschöpfung verhindern

von , am
13.10.2009

Berlin - Deutsche Landwirte sind aufgerufen, Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner mit einer elektronischen Postkarte auf die verheerenden Auswirkungen der Nulltoleranz Politik für bisher nicht in der EU zugelassene GVO-Spuren aufmerksam zu machen.

© landpixel.de

Der Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland, OVID, unterstützt die Postkartenaktion des Deutschen Bauernverbandes ausdrücklich. Dabei kann es jedoch nicht nur um den Bereich der importierten Futtermittel gehen. Vielmehr müssen gleichermaßen agrarische Rohstoffe als solche einbezogen werden, d. h. Sojabohnen, die hierzulande zu Sojaschrot und Sojaöl verarbeitet werden.

Hierfür muss ein praktikabler Schwellenwert für unbeabsichtigte und nicht vermeidbare GVO-Spuren eingeführt werden. Denn die deutschen Ölmühlen importieren ganze Sojabohnen. Das aus den Bohnen produzierte Sojaschrot wird als Futtermittel eingesetzt, das Sojaöl geht in die Lebensmittelproduktion. Somit ist es unumgänglich, dass sich ein Schwellenwert auf beide Verwendungsbereiche bezieht.

Die Politik muss sicherstellen, dass Ölsaaten auch weiterhin als Rohware nach Deutschland importiert und hier verarbeitet werden können. 2008 wurden rund 3,5 Millionen Tonnen Sojabohnen importiert und in Deutschland verarbeitet. D. h über die Hälfte des in Deutschland in der Tierfütterung verwendeten Sojaschrotes wird in deutschen Ölmühlen hergestellt. Es geht also nicht nur um die Fütterung der Tiere, sondern auch um die Wertschöpfung eines ganzen Industriezweiges. Auf diese kann und darf Deutschland nicht verzichten. (pd)

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