Login
Wirtschaft

Exporte wachsen und wachsen und ...

pd
am
24.01.2013

Soviele Agrar- und Ernährungsgüter wie von Januar bis Oktober 2012 hat Deutschland nie zuvor exportiert. Mit eingerechnet sind dabei Landtechnik-Exporte. Die Drittlandsexporte wachsen weiter.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Quellen: AMI; VDMA) haben Agrarexporte 2012 einen neuen Höchststand erreicht. Produkte im Wert von 58,6 Milliarden Euro wurden zwischen Januar und Oktober 2012 exportiert - 4,8 Prozent (%) mehr als im Vorjahrsvergleich.
 
Einer aktuellen Studie von Prof. Dr. Lorleberg, FH Südwestfalen, zufolge hängt mindestens jeder vierte Arbeitsplatz in der Landwirtschaft, jeder dritte Arbeitsplatz in der Ernährungsindustrie und jeder zweite Arbeitsplatz in der Landtechnikindustrie.

Aufwärtstrend bei Drittländern geht weiter

Die Ausfuhren von Agrarprodukten und Lebensmitteln in die Drittländer liegen (mit Ausnahme des Exports von Zuchttieren und Samen bei Rindern) weiter im ungebremsten Aufwärtstrend. Sie erreichten den Spitzenwert von über 12,5 Milliarden Euro (+12,6 %).
 
Herausragenden Anteil an dieser Entwicklung hatten die Exporte nach Asien. Diese vereinen mit 3,9 Milliarden (Mrd.) Euro (+26,0 %) bereits fast ein Drittel aller Drittlandsexporte. Hervorzuheben sind dabei die Ausfuhren nach China. Diese stiegen im gleichen Zeitraum um fast 85 % auf 534 Mio. Euro. Innerhalb von nur drei Jahren haben sich diese Ausfuhren damit mehr als verfünffacht, so dass sich China inzwischen von Platz zehn auf Platz fünf der Top Ten Drittländer katapultiert hat.
 
Aber auch die Exporte nach Saudi-Arabien (+15 %), nach Norwegen (+15,3 %) und in die Ukraine (+19,5 %) sind beachtlich gestiegen.
 
Stärkste Warengruppe bei den Ausfuhren in die Drittländer sind die Nahrungsmittel pflanzlichen Ursprungs mit einem Wert von 5,8 Millariden Euro (+14,3 %). Dahinter rangieren
  • Genussmittel, deren Wert um 10,4 % auf 3,3 Mrd. Euro anstieg, gefolgt von
  • Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs (3,2 Mrd. Euro, +14%).

Ausfuhren in EU-Staaten erholen sich

Die Ausfuhren in die EU-Staaten haben sich deutlich erholt. Inzwischen sind die wertmäßigen Ausfuhren in diese Länder um 1,3 % gestiegen. Einen besonders deutlichen Aufwärtstrend zeigen die Exporte nach Großbritannien mit plus 10,2 % auf 3,3 Mrd. Euro.

Exportprobleme durch Schmallenberg-Virus

Deutlich rückläufig zeigen sich die Ausfuhren von Zuchttieren und Samen bei Rindern. Ursache sind massive Importbeschränkungen von Drittländern infolge des in Europa aufgetretenen Schmallenberg-Virus. So sanken die Ausfuhren von Zuchtrindern von Januar bis Oktober 2012 in der Menge um rund 40 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Im Rindersamenbereich sind praktisch nur noch Lieferungen aus kaum mehr vorhandenen Altbeständen möglich. Hier drohen wichtige Exportmärkte in Drittländern (USA, China, Zollunion) und langjährige erfolgreiche Handelsbeziehungen dauerhaft verloren zu gehen. "Bei allen Exporterfolgen im vergangenen Jahr dokumentieren die aktuellen Probleme bei der Ausfuhr von tierischen Produkten, dass es nicht zuletzt auf einen effizienten Beitrag des Landwirtschaftsministeriums ankommt, wenn es um die Förderung der Exporte der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft geht", sagt Dr. Franz-Georg von Busse, Sprecher der GEFA und Geschäftsführer Lemken.   

Agrarministergipfel: Das Geld ist da, der Fluss fließt falsch

Auch interessant