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Sommer der Superlative

Extrem lang, heiß und trocken: Der Rekordsommer 2018 im Überblick

Dürrer Mais
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Sabine Leopold, agrarheute
am
30.11.2018

Das Jahr 2018 wartete mit einem Sommer auf, der seinesgleichen suchte: ewig lang, höllisch warm und katastrophal trocken. Vor allem für viele Landwirte waren die Wetterextreme ein riesiges Problem.

Der Sommer 2018 wird vielen im Gedächtnis bleiben. Vor allem im Norden und Osten der Republik gab es monatelang kaum Niederschläge, dafür aber extreme Hitze.

Hier die Bilanz des Deutschen Wetterdienstes (DWD):

  • im Bundesdurchschnitt gab es 75 Sommertage (25°C und mehr)
  • davon waren 20,5 sogenannte "heiße Tage" mit 30°C und mehr
  • allein von Juni bis August gab es bundesweit 770 Sonnenstunden (30 Prozent über Sollwert)
  • die Insel Rügen hatte sogar über 900 Sonnenstunden
  • im gesamten Bundesgebiet gab es 130 l/qm Niederschlag (54 Prozent des Regen-Solls)
  • in Sachsen-Anhalt fielen nur 65 und in Thüringen 95 l/qm Regen

Auch dank des auf den langen Sommer folgenden niederschlagsarmen Herbstes könnte sich 2018 als eines der fünf trockensten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen vor mehr als 130 Jahren herausstellen. Im Oktober waren rund 70 Prozent der Fläche Deutschlands von extremer Trockenheit betroffen, so DWD-Agrarmeteorologe Hans Helmut Schmitt.

Schaden für Landwirtschaft und Forsten

Vor allem die Landwirtschaft war vom Wassermangel schwer betroffen. Bundesweit verzeichneten die Bauern bei Feldfrüchten durchschnittliche Ernteeinbußen von 27 Prozent. Gebietsweise lagen die Verluste jedoch weit höher.

Auch für die Wälder waren die Schäden enorm. Die Trockenheit machte den Bäumen zu schaffen und ließ den Schädlingen leichtes Spiel. Zudem kam es in manchen Regionen zu verheerenden Waldbränden. Bei einem Brand südlich von Berlin kämpften im August 3.000 Einsatzkräfte tagelang gegen die Flammen.

Wettergewinner: Obst- und Weinbauern

Für manche Kulturen war der Rekordsommer allerdings auch ein Segen. Vor allem Winzer konnten sich über gute Erträge bei höchster Traubenqualität freuen. "Ein Jahrgang für die Geschichtsbücher", ordnete Artur Steinmann, Präsident des Fränkischen Weinbauverbandes, die Ernte 2018 ein. Und auch viele Obstbauern profitierten. Vor allem bei Äpfeln und Pflaumen gab es gebietsweise Rekordernten.

Obwohl bereits der November – klassischerweise ein sehr feuchter Monat – zu Ende geht, hat sich vor allem in Nordostdeutschland die Lage noch immer nicht entspannt. Die Niederschlagsbilanzen liegen weiterhin weit unter den langjährigen Mittelwerten und bislang ist ein Ausgleich des Wassermankos nicht absehbar.

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