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Aufreger

Facebook entfernt Bauernwiki-Post

Post von Bauernwiki auf facebook
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Redaktion agrarheute, agrarheute
am
24.04.2017

Facebook hat in der vergangenen Woche einen Beitrag von Bauernwiki entfernt. Die Agrarblogger hatten darin einen Post der Tierrechtler von Animal-Peace kommentiert.

In der vergangenen Woche kommentierten die Tierrechtler von Animal-Peace einen Arbeitsunfall im Stall wieder auf ihre Weise. Nachdem ein Landwirt beim Versuch, einem Kalb die Ohrmarke einzuziehen, von einer Kuh schwer verletzt wurde, kommentierte die Tierrechtler auf ihrer Facebook-Seite unter anderem: "Eine Kuh hat im Saarland ihren Sklavenhalter angegriffen und schwer verletzt, als dieser ihrem neugeborenen Kind einen Judenstern anbringen wollte".

Bereits in der Vergangenheit hatten sich die Tierrechtler um Silke Ruthenberg mit Posts dieser Art einen fragwürdigen Ruf auch in der Tierschutzszene erarbeitet.

Bauernwiki-Beitrag wird kurzzeitig gesperrt

Die Agrarblogger von "Bauernwiki - frag doch mal den Landwirt" kommentierten den aktuellen Post auf ihrem Facebook-Auftritt und stellten die Frage, "ob Tierrechtler automatisch Menschenhasser seien". "Wir sind der Meinung, dass deren Gemeinnützigkeit dringend von den zuständigen Stellen überprüft werden sollte", heißt es bei Bauernwiki.

Am Wochenende nahm die Auseinandersetzung dann eine unerwartete Wendung. Facebook entfernte den Beitrag der Agrarblogger und sperrte die Seite auch noch kurzzeitig.

Der Beitrag der Tierrechtsorganisation, in welchem die Verletzung des Landwirts mit den Worten "Wieder ist eine Heldin aus unserer Mitte aufgestanden" bedacht und das Einziehen der Ohrmarke mit dem "Anbringen eines Judensterns" verglichen wird, ist hingegen nach wie vor online.

"Verdrehte Welt... Gestern hat uns die absolute Fassungslosigkeit ereilt.", kommentieren dann auch die Betreiber von "Frag doch mal den Landwirt" den Vorfall auf ihrer Seite.

Löschpolitik von Facebook in der Kritik

Wie unser Social Media Experte Lutz Staacke erklärt, gerät die Löschpolitik von Facebook in den vergangenen Monaten immer wieder in Kritik. So werden beispielsweise zwar schnell Bilder entfernt auf denen (weibliche) Brustwarzen zu sehen sind, Hasskommentare zum Thema Flüchtlingspolitik bleiben aber oft stehen.

Das Thema beschäftigt derzeit auch die Bundesregierung. So hatte Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) einen Entwurf zum Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) vorgelegt, der Facebook dazu verpflichten soll, bestimmte Kommentare und Postings zu entfernen. Die zu Beginn geplanten, teils empfindlichen Strafen, wurden jedoch in der aktuellen Version wieder abgemildert.

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