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Faktencheck

Fakten zu Weiße Weihnachten - Früher versus Heute

Winter Schneemann
am Dienstag, 10.12.2019 - 10:24 (Jetzt kommentieren)

Stimmt es, dass es früher öfter Schnee zum Fest gab? Ein Faktencheck zum Wetter an Weihnachten.

Petrus beschert den Deutschen nur selten Weiße Weihnachten. Rückblickend an die Kindheit haben aber viele das Gefühl, dass es früher öfter zum Weihnachtsfest geschneit hat. Aber stimmt das auch?

Gab es früher öfter Weiße Weihnachten?

Nein, das stimmt nicht.

FAKTEN: "Das Ereignis war immer relativ selten", erklärt DWD-Meteorologe Andreas Friedrich. "An den Feiertagen 2010 gab es fast flächendeckend in Deutschland weiße Weihnachten. In den 1960er Jahren gab es mehrere Jahre hintereinander an vielen Orten in Deutschland weiße Weihnachten. Daraus lasse sich aber kein genereller Trend ableiten", sagt Friedrich.

"Jedes Kinderbuch und jede Werbung zeigen eher die weiße Weihnacht als die in Deutschland viel realistischere grüne Weihnacht", sagt Professor Joachim Curtius vom Institut für Atmosphäre und Umwelt der Universität Frankfurt/Main. An weiße Weihnachten erinnert man sich eben lieber als an mildwarme Feste bei schlechtem Wetter und Regen.

Die Winter waren früher jedoch oft kälter, so Friedrich. Nach DWD-Angaben ist es in Deutschland seit 1881 im Dezember um 1,7 Grad wärmer geworden.

Gibt es Weiße Weihnachten regional unterschiedlich oft?

Ja, das stimmt.

FAKTEN: Da gibt es mehrere Faktoren, zum Beispiel die Höhenlage. Für einige Regionen spielt auch der Abstand zum Meer eine Rolle. Auf Helgoland liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fest mit Schnee nach DWD-Angaben bei 2 Prozent. In Berlin und Brandenburg gibt es eher weiße Weihnachten als in Niedersachsen.

Gibt es Orte in Deutschland mit einer Schnee-Garantie zum Fest?

Ja, das stimmt.

FAKTEN: "Auf der Zugspitze hat es seit Beginn der dortigen Wetteraufzeichnung 1880 immer weiße Weihnachten gegeben", sagt Friedrich. Darunter sinke die Wahrscheinlichkeit dafür.

Ist die Schnee-Wahrscheinlichkeit im Dezember am höchsten?

Nein, stimmt nicht.

FAKTEN: Die kältesten Abschnitte im Jahr sind in der Regel von Ende Januar bis Anfang Februar, sagt DWD-Experte Friedrich. "Wenn man Weihnachten auf diese Jahreszeit schieben könnte, wäre es besser, um weiße Weihnachten erleben zu können." Nach DWD-Angaben schneit es zwar manchmal Mitte Dezember, doch kurz vor Weihnachten ströme oft milde atlantische Luft vom Westen nach Deutschland. "Das berüchtigte Weihnachtstauwetter stellt sich ein", schreibt der DWD. Die warme Luft zehre die Schneedecke auf. Dieser Ablauf sei typisch für Deutschland.

Mit Material von dpa

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