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Wirtschaft

FAO-Ausblick: Rekord-Produktionen bei Getreide

aiz
am
15.06.2013

Rom - Die FAO rechnet mit einer weltweit hohen Getreideproduktion und steigenden Lagerbeständen. Ruhige Märkte und eine Preislockerung prognostiziert die Organisation. Für Milchprodukte soll es weiter aufwärts gehen.

Die Lage auf den weltweiten Nahrungsmittel-Rohstoffmärkten - insbesondere für Getreide - wird sich 2013/14 entspannen, kündigte die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen - FAO in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Halbjahres-Bericht "Food Outlook" an.

Weltweit hohe Weizenproduktion führt zur Entspannung

In dem Bericht wird eine weltweite Getreideernte von knapp 2.500 (Millionen Tonnen) Mio. t für 2013 prognostiziert. Das ist ein Plus von 6,5 Prozent (%) gegenüber dem niedrigen Vorjahresniveau. Nach einer angespannten Situation und hohen Preisen in 2012/13 könnten gute Aussichten für Produktion und weltweite Lagerbestände den Weg für ruhigere Märkte und eine gewisse Preislockerung in der neuen Saison ebnen, so die FAO. Die Vorhersage stützt sich auf eine weltweit hohe Weizenproduktion und einen starken Aufschwung in der US-Maiserzeugung. Zur wesentlichen Entspannung werden einige der wichtigsten Produzentenländer, die 2012 schlechte Ernten einfuhren, beitragen - insbesondere Europa und die Schwarzmeer-Region. Auch für Reis wird im Jahr 2013 ein höherer Output erwartet, obwohl Sorgen über abnehmende Preise das Wachstum dämpfen könnten.

Getreidevorräte könnten um elf Prozent ansteigen

Der globale Getreide-Verbrauch wird sich laut dem Bericht 2013/14 voraussichtlich um drei Prozent auf 2.402 Mio. t gegenüber der vergangenen Saison erhöhen. Ein Großteil des Wachstums führt die FAO auf die gesteigerte Verwendung von Mais für Futtermittel und industrielle Zwecke in den Vereinigten Staaten zurück. Basierend auf den aktuellen Aussichten könnten sich die weltweiten Getreidevorräte bis zum Ende der Saison im Jahr 2014 erholen und mit 569 Mio. t  oder einem Plus von elf Prozent das höchste Niveau seit zwölf Jahren erreichen. Der Welthandel mit Getreide werde voraussichtlich mit 306 Mio. t in 2013/14 ein ähnliches Niveau wie in 2012/13 erreichen.

Zuckerüberschuss erwartet

Für die globale Zuckerproduktion 2012/13 erwartet die FAO ein Plus von 2,8 % auf insgesamt 180 Mio. t und einen Überschuss von 6,6 Mio. t. Vor allem in Brasilien, den USA, Australien und China soll es Produktionszuwächse geben, während in Indien, der EU und Thailand weniger davon erzeugt wird, heißt es in dem Bericht. Weltweit wird eine Zunahme des Zuckerverbrauches von rund zwei Prozent für die Saison 2012/13 vorhergesagt.

Fleischpreise bleiben auf Höchststand

Für die globale Fleischerzeugung im Jahr 2013 wird ein bescheidenes Plus von 1,4 % auf 308,2 Mio. t gegenüber 2012 prognostiziert. Die Fleischpreise werden auf einem historischen Höchststand bleiben. Trotz sinkender Futtermittel-Kosten gäbe es kein Anzeichen für Entspannung, so der Bericht. Viele Produzenten seien weiterhin mit hohen Futtermittel-Kosten konfrontiert, obwohl diese laut FAO 2013 noch weiter sinken könnten. Die durchschnittlichen Exportpreise stiegen in diesem Jahr nur geringfügig für Geflügel-und Schweinefleisch, Rindfleisch blieb stabil und Lamm wurde billiger.

Weiter steigende Preise für Milchprodukte

Die internationalen Preise für Milchprodukte zogen in den ersten vier Monaten des Jahres 2013 stark an - hier besonders im März und April. Die UN-Organisation rechnet mit einer Fortsetzung des Anstiegs auch in den nächsten Monaten. Hauptursache für den Preisschub war ein steiler Rückgang der neuseeländischen Milchproduktion. Aber auch begrenzte Exportlieferungen wurden in dem Bericht für die hohen Preise bei Milchprodukten ausgemacht. Während vor allem in Asien die Milchproduktion steigt, sei das Wachstum in den wichtigsten Exportländern begrenzt, so die FAO. Frühe positive Produktions-Prognosen der UN-Organisation für Ölsaaten in der Saison 2013/14 deuten auf eine ausgewogenere weltweite Angebot- und Nachfrage-Situation hin und damit auf eine allgemeine Lockerung der Preise.
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