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Ernährung und Gesundheit

FAO-Index: Getreide legt deutlich zu

© Mühlhausen/landpixel
aiz
am
05.04.2014

Rom - Ungünstiges Wetter in den USA und in Brasilien sowie die politischen Spannungen in der Schwarzmeerregion haben zu einer deutlichen Steigerung des FAO-Lebensmittelpreisindex geführt.

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Nach Angaben der FAO stieg der Index im März um 4,8 Punkte oder 2,3 Prozent auf durchschnittlich 212,8 Punkte gegenüber dem Vormonat. Mit Ausnahme der weltweiten Milchpreise, die zum ersten Mal in vier Monaten fielen, haben die Indizes für die anderen Rohstoffe - insbesondere aber für Zucker und Getreide - zugelegt, teilte die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) am Donnerstag mit. Im März 2014 erreichte der FAO-Lebensmittelpreisindex, der monatliche Preisänderungen eines Korbes international gehandelter Agrarrohstoffe misst, den höchsten Stand seit Mai 2013.
Für den FAO-Getreidepreisindex wurden den zweiten Monat in Folge deutliche Zuwächse verzeichnet. Mit einer Steigerung von zehn Punkten oder 5,2 % auf durchschnittlich 205,8 Punkte im März gegenüber dem Vormonat erreichte der Index den höchsten Wert sei August 2013 - blieb aber deutlich unter dem vom März des Vorjahres. Die Stärke im vergangenen Monat resultierte insbesondere aus den Preissteigerungen für Weizen und Mais, die das hohe Tempo bei den Getreideimporten, die wachsende Besorgnis über die Auswirkungen der anhaltenden Trockenheit in den südlich-zentralen US-Gebieten an Winterweizen sowie die ungünstige Witterung in Teilen von Brasilien reflektierten. Unsicherheiten hinsichtlich der Getreidelieferungen aus der Ukraine gaben einen zusätzlichen Schub.

Pflanzenöl-Index steigt - Minus bei Milchprodukten

Die globalen Preise für Pflanzenöle stiegen im März um durchschnittlich 4,5 % und der FAO-Index kletterte mit insgesamt 204,8 Punkten (+7 Punkte gegenüber Februar) auf den höchsten Wert in 18 Monaten. Die Erhöhung des Index spiegelt vor allem Zuwächse bei Palmöl wider, die weiterhin auf die Besorgnis über die anhaltende Trockenheit in Südostasien zurückzuführen sind. Aber auch knappe Vorräte in Malaysia, die Aussicht auf einen steigenden Inlandsverbrauch in Indonesien - dem ersten Palmölproduzenten und -exporteur - und Berichte über ein mögliches El-Nino-Wetterereignis noch in diesem Jahr trugen zur Stärkung der Palmölwerte bei. Die weltweiten Preise legten aber auch für Soja-, Sonnenblumen- und Rapsöl zu.

Einen Preisrückgang gab es im März bei den Milchprodukten. Der FAO-Index sank für diese Warengruppe um 6,9 Punkte oder 2,5 % auf durchschnittlich 268,5 Punkte im Vergleich zu Februar. Besonders die reduzierte Nachfrage nach sämtlichen Molkereierzeugnissen aus China und die Handelsunsicherheit mit Russland drückten auf die Preise. Zudem haben eine längere Saison in Neuseeland und ein guter Start in das Molkereijahr in der nördlichen Hemisphäre die Exportlieferungen beflügelt. Den stärksten Preiseinschnitt gab es aufgrund des geringeren Kaufinteresses aus China bei Vollmilchpulver.

Fleisch und Zucker teurer

Fleisch verteuerte sich im März weltweit um durchschnittlich 1,5 %. Den Ausschlag für den Anstieg des FAO-Index um 2,7 Punkte auf 185 Punkte gegenüber Februar gaben höhere Rindfleischpreise als Folge ungünstiger Produktionsbedingungen in Australien und in den USA wegen des trockenen Wetters. Die Preise für Schweinefleisch stiegen ebenfalls - teilweise wegen der Besorgnis über die Auswirkungen des Durchfallvirus (Porcine epidemic diarrhea virus - PEDV) auf die US-Exporte.
Der FAO-Zuckerpreisindex erhöhte sich im März um 18,5 Punkte oder 7,9 % auf durchschnittlich 253,9 Punkte im Vergleich zu Februar. Bedenken über rückläufige Exporte aus Brasilien und Thailand - auch aufgrund der Trockenheit und einem geringeren Zuckerrohr-Output - halten die Preise in dieser Warengruppe oben. Die Wahrscheinlichkeit, dass El Nino auch die Zuckerpflanzen schädigen könnte, hat ebenfalls zu dem Preisanstieg beigetragen. 
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