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Politik international

FAO: Lebensmittelpreise werden volatiler

von , am
08.10.2013

Rom - Am Sonntag trafen sich die Landwirtschaftsminister aus 30 Ländern weltweit, um über die Entwicklung der internationalen Lebensmittelpreise zu diskutieren.

Momentan ist Lage an den globalen Lebensmittelmärkten zwar recht ruhig, dass könnte sich jedoch schnell wieder ändern, meint die FAO. © pixinity/fotolia
Die Lage an den internationalen Lebensmittelmärkten habe sich momentan zwar wieder beruhigt, trotzdem seien die Probleme der globalen Lebensmittelpreise sind noch nicht gelöst, sagte FAO-Generaldirektor José Graziano da Silva bei einem Treffen von rund 30 Agrarministern am Sonntag in Rom, wo es um die Entwicklung der internationalen Lebensmittelpreise ging.
 
Der FAO-Chef räumte ein, dass das diesjährige Treffen in ruhigerem Fahrwasser stattfand, als das erste Treffen vor einem Jahr, im Oktober 2012. Damals trafen die Minister als Antwort auf den dritten Höchststand der internationalen Getreidepreise innerhalb von fünf Jahren zusammen. 

Momentan ist es auf den globalen Lebensmittelmärkten ruhig

"Die Aussichten auf den internationalen Lebensmittelmärkten sind in diesem Jahr ruhiger", sagte er. "Die Getreideproduktion hat sich erholt und das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage hat sich verbessert, so dass es mehr Stabilität bei den Lebensmittelpreise gibt. Der FAO Getreidepreis-Index ist um 20 Prozent niedriger, als vor einem Jahr". Obwohl sich die Preise stabilisiert hätten, warnte der Direktor aber davor mit der Wachsamkeit nachzulassen.
 
"Die internationalen Preise sind gesunken, aber sie sind immer noch über ihren historischen Niveaus und es wird erwartet, dass die Preise in den nächsten Jahren volatil bleiben", warnte er.

Höhere Lebensmittelpreise haben auch Vorteile

Da Silva betonte, dass niedrigere Lebensmittelpreise arme Verbraucher zwar entlasten, die Nachricht von höheren Preisen sei aber nicht notwendigerweise nur schlecht, da die Agrarpreise drei Jahrzehnte stagnierten und die Landwirtschaft in vielen armen Ländern negativ beeinflusste.
 
Er rief die Länder dazu auf, die Gunst der relativen Ruhe zu nutzen, um sich auf künftige Marktturbulenzen einzustellen und dauerhafte Lösungen für die Auswirkungen, die volatile Preise mit sich brächten, zu finden. "Wenn die Preise höher und volatiler bleiben, müssen wir uns an dieses neue Muster anpassen", sagte er.

'Den Kleinbauern helfen, um von den höheren Agrarpreisen zu profitieren'

Die beiden heiklen Punkte, die die Länder angehen müssten seien zum einen, wie man Kleinbauern helfen könne, von den höheren Lebensmittelpreisen zu profitieren und wie man zum anderen Familien mit niedrigem Einkommen vor diesen schützen könne.
 
"Die momentane Situation bietet den Landwirten die Möglichkeit in die Landwirtschaft zu investieren", fuhr er fort und forderte ein rechtes Maß an politischen Entscheidungen, um sicher zu stellen, dass Kleinbauern die Möglichkeit bekämen, Nutzen daraus zu ziehen.

'Soziale Unterstützung für arme Familien'

Auf der anderen Seite müssten Haushalte mit niedrigem Einkommen durch stärkere soziale Programme geschützt werden, dazu zählten auch Geld-Transfers an extrem arme Familien. Die  sozialen Sicherungssysteme und die Unterstützung der Agrarproduktion müssten miteinander verbunden werden.
 
Die verbesserte globale Steuerung habe eine wichtige Rolle bei der Abwehr neuer Lebensmittelpreis-Höchststände seit Juli 2012 gespielt. Vor allem das 2011 von den G20 entwickelte Landwirtschaftliche Markt Informationssystem (AMIS) habe sich als effektive Waffe im Kampf gegen extrem volative Lebensmittelpreise herausgestellt, da es zuverlässige Informationen zur Verfügung stelle und die Transparenz auf dem Lebensmittelmarkt erhöhe, sage da Silva weiter.    
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