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Ernährung und Gesundheit

FAO: Nahrungsindex sinkt zum vierten Mal in Folge

aiz
am
07.09.2013

Rom - Die weltweiten Nahrungsmittelpreise sind im August zum vierten Mal in Folge gesunken und haben damit ihren tiefsten Stand seit Juni 2012 erreicht.


Grund für die erneute Rücknahme waren die sinkenden internationalen Preise für Getreide und Ölsaaten, wie die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) am Donnerstag mitteilte.
 
Die letzte Preisspitze bei Nahrungsmitteln war 2011 durch ein mangelndes Getreideangebot ausgelöst worden, während die jüngsten Rückgänge hauptsächlich auf die über den Erwartungen liegende Versorgung mit Mais in diesem Jahr zurückzuführen sind.

August-Index für Getreideprodukte sank um 19 Prozent zum Vorjahr

Der Nahrungspreisindex der FAO, der die monatliche Veränderung der Preise eines Korbes international gehandelter Agrarrohstoffe erfasst, belief sich im August auf 201,8 Punkte. Das waren knapp 2 Prozent (%) weniger als im Juli und gut 5 % weniger als im August des Vorjahres. Der Index für Getreideprodukte sank sogar stärker; er belief sich im August 2013 auf 210,9 Punkte - das sind minus 7,2 % zum Juli und minus 19 % zum Vorjahresmonat. Der deutliche Rückgang spiegelt die Erwartungen an ein deutliches Wachstum der diesjährigen weltweiten Getreideerzeugung wider, vor allem an eine merkliche Erholung der Maislagerbestände in verschiedenen führenden Exportnationen, darunter den USA. Auch für Weizen waren die Preise im August zurückgegangen, doch hier hätten die umfangreichen Exporte den Rückgang gebremst, hieß es weiter von der FAO.

Preisindizes stiegen für Milch und Fleisch

Die Organisation erhöhte ihre Prognose für die weltweite Getreideernte 2013 auf 2,492 Milliarden Tonnen (Mrd. t, was einem Plus von 14 Mio. t gegenüber dem Juli-Bericht entspricht) und begründete dies mit einer größeren Maisernte in Argentinien und verbesserten Aussichten für die EU und die Ukraine. Auch der Index für Öle und Fette sank um 3 % gegenüber dem Juli auf 185,5 Punkte im August.
 
Hingegen stiegen die Indizes für Milchprodukte wie auch für Fleisch. Die Maßzahl für Molkereiprodukte legte gegenüber dem Vorjahr um 37% auf nunmehr 239,1 Punkte zu. "Die Preise sind im vergangenen Monat bei allen Milchprodukten im Index gestiegen, außer für Butter", begründete die FAO das Plus. Der Fleischindex erreichte im August 175,0 Punkte, ein leichtes Plus gegenüber dem Juli. Die Nahrungspreise hatten Anfang 2011 angesichts der weltweit knappen Bestände an Getreide, Zucker und Kakao neue Höhen erreicht. Die Teuerungen waren unter anderem ein teilweiser Grund für den "Arabischen Frühling", der letztendlich die Regierungsoberhäupter in Tunesien, Ägypten und Libyen von ihren Posten verdrängt hatte, berichtet Dow Jones News. 
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