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Wirtschaft

FAO: Nahrungsmittel erneut billiger

Externer Autor
am
07.12.2012

Die Preise für die weltweit wichtigsten Nahrungsmittelrohstoffe sind im November zurückgegangen. Gleichzeitig lagen die Nahrungsmittelpreise auf dem niedrigsten Stand seit Juni 2012.

Der von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) monatlich ermittelte Preisindex, gab im Vergleich zum Vormonat um 1,5 Prozent auf 211 Indexpunkte nach. Im Vergleich zum November vor einem Jahr sind die Preise jetzt 2,5 Prozent niedriger. Dennoch ist das Niveau im längerfristigen Vergleich immer noch sehr hoch und erreicht im Jahresmittel den zweithöchsten nach 2011 bislang überhaupt erreichten Wert. Bestandteil des von der FAO ermittelten Index sind die wichtigsten am Weltmarkt gehandelten Nahrungsmittelrohstoffe. Dazu gehören Weizen, Mais, Reis, pflanzliche Öle, Rind-, Schweine- und Geflügelfleisch, sowie Milchprodukte und Zucker.
 

Fleischpreise etwas schwächer

Im Vergleich zum Vormonat leicht nachgegeben haben im November die internationalen Fleischpreise. Dabei sind jedoch die Exportpreise für Rindfleisch und Geflügel nahezu stabil geblieben, während die Schweinefleischpreise etwas nachgaben. Dennoch beleibt das Preisniveau für Fleisch am Weltmarkt weiter sehr hoch und liegt derzeit nur rund 4 % unter der bisherigen absoluten Preisspitze vom November 2011. Auch im Jahresmittel 2012 dürften die Fleischpreise nur knapp den historischen Höchststand von 2011 verfehlen. Ausdrücklich verweist die FAO zudem auf die stark gestiegenen Futterkosten und die sich deutlich verschlechternde Wirtschaftlichkeit mit absehbaren Konsequenzen für die Tierhaltung und das Angebot.
 

Milchprodukte wenig verändert

Nochmals moderat zugelegt haben im November die Preise für die wichtigsten international gehandelten Milchprodukte. Dazu gehören Vollmilchpulver, Magermilchpulver, Käse und Kasein. Nach Einschätzung der FAO haben sich die Preise nach dem Preisanstieg der letzten Monate jetzt stabilisiert und liegen etwa dreizehn Prozent über ihren letzten Tiefpunkt vom Juni 2012. Die Preisstabilisierung begründet die FAO auch mit dem saisonal bedingten Angebotszuwachs in der südlichen Hemisphäre (Ozeanien). Im Vergleich zum November 2011 sind die Milchpreise rund drei Prozent niedriger. Im Schnitt des Jahres 2012 werden die Milchpreise das Rekord-Niveau des Vorjahres jedoch um rund 15 Prozent verfehlen und auch niedriger sein als den Jahren 2010, 2007 und 2008.
 

Getreidepreise geben leicht nach

Um knapp zwei Prozent zurückgegangen sind November die Exportpreise für Getreide. Ursache sind die etwas schwächeren Reis- und die vor allem in der ersten Monatshälfte rückläufigen Weizenpreise. Verantwortlich war hier die nachlassende Befürchtung der Marktteilnehmer über mögliches Exportverbot der Schwarzmeerländer. Dagegen sind die Maispreise im November gestiegen. Im Vergleich zum November 2011 sind die Getreidepreise rund zwölf Prozent höher und im Jahresmittel dürfte das Preisniveau den bisherigen Rekordstand des Vorjahres nur um 2,5 Prozent verfehlen.
 

Pflanzliche Öle auf Zweijahrestief

Um weitere drei Prozent zurückgegangen sind im November die Preise für pflanzliche Öle. Sie fielen auf den niedrigsten stand seit September 2010. Hier sind die Preise nach einer sehr stabilen Phase von Juni bis September jetzt gut 20 Prozent niedriger als zur letzten Preisspitze im April dieses Jahres. Ursache für den Preisrückgang ist der kräftige Angebotszuwachs bei Palmöl, bei einem besser als erwarteten Angebot an Sojaöl in den USA (größere Produktion) sowie einer schwächeren Nachfrage großer Importeure.
 

Zucker deutlich billiger

Um fast fünf Prozent nachgegeben haben im November die internationalen Zuckerpreise. Sei liegen jetzt rund 15 Prozent unter dem Niveau vom Juli 2012 und sogar über 30 Prozent niedriger als im Juli 2011. Der aktuelle Preisrückgang ist das Ergebnis einer deutlich verbesserten Angebotssituation beim größten Exporteur Brasilien.
 
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