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Ernährung und Gesundheit

FAO: Nahrungsmittel etwas billiger

Dr. Olaf Zinke, agrarmanager
am
09.11.2012

Die wichtigsten Rohstoffe für Lebensmittel sind im Oktober günstiger geworden. Der monatliche Preisindex der FAO ist im Vergleich zum Vormonat um ein Prozent auf 213 Indexpunkte zurückgegangen.

Damit bewegt sich der Index seit Juli innerhalb einer relativ engen Spanne von 212 bis 216 Indexpunkten. Bestandteil des von der FAO berechneten Index sind die wichtigsten am Weltmarkt gehandelten Nahrungsmittelrohstoffe.
 
Dazu gehören Weizen, Mais, Reis, pflanzliche Öle, Rind- Schweine- und Geflügelfleisch, verschiedene Milchprodukte sowie Zucker.

Fleischpreise auf hohem Niveau stabil

Im Vergleich zum Vormonat nahezu unverändert blieben im Oktober die internationalen Fleischpreise. Sowohl für Schweinefleisch als auch für Rindfleisch und Geflügel blieben die Preise an den internationalen Handelsplätzen im Oktober stabil.
 
In den Monaten zuvor zuvor waren vor allem die Schweinefleischpreise in Europa und Brasilien gestiegen und in den USA kräftig gefallen. Im Vergleich zum Oktober 2011 sind die Preise ebenfalls unverändert. Seit ihren letzten Zwischentief im Juli sind die Fleischpreise allerdings um rund fünf Prozent gestiegen. 

Milchprodukte knapper und teurer

Gestiegen sind im Oktober auch die Preise für die wichtigsten international gehandelten Milchprodukte. Dazu gehören Vollmilchpulver, Magermilchpulver, Käse und Kasein. Die FAO begründet den Preisanstieg mit einem vergleichsweise knappen globalen Angebot, niedrigen Lagerbeständen bei einer gleichzeitig anziehenden Nachfrage.
 
Der Sub-Index für Milch weist einen Preisanstieg von gut drei Prozent aus und ist im Vergleich zum Juli sogar um zwölf Prozent höher. Gegenüber den Preisen vom Oktober des Vorjahres ist das derzeitige Niveau allerdings immer noch knapp fünf Prozent (%) niedriger und zu den Preisen vom April 2011 beträgt der Abstand sogar 17 %.

Getreidepreise geben leicht nach

Um etwa 1,5 % zurückgegangen ist im Oktober der Subindex für Getreide. Grund sind die etwas schwächeren Maispreise. Bei Mais sieht die FAO eine sich abschwächende Nachfrage und einen rückläufigen Verbrauch der Tierhalter wegen der sehr hohen Futterkosten.
Damit liegen die Getreidepreise allerdings wider auf dem Niveau vom August und weiterhin etwa rund 17 % höher als im Juni. Im Vergleich zum Oktober 2011 sind die Getreidepreise etwa zwölf Prozent höher.

Pflanzliche Öle auf Zweijahrestief

Um rund sechs Prozent zurückgegangen sind im Oktober die Preise für pflanzliche Öle. Sie fielen damit auf den niedrigsten stand seit zwei Jahren. Hier sind die Preise nach einer sehr stabilen Phase Juni bis September jetzt fast 20 % niedriger als zur letzten Preisspitze im April dieses Jahres.
 
Ursache für den Preisrückgang ist der kräftige Angebotszuwachs bei Palmöl, bei gleichzeitig guten Angebot an Soja-, Raps- und Sonnenblumenöl, sowie einer schwächeren Nachfrage großer Importeure.

Zucker etwas teurer

Leicht angestiegen sind mit knapp zwei Prozent die Zuckerpreise. Sie liegen allerdings rund 15 % unter dem Niveau vom April 2012 und sogar fast 30 % niedriger als im Juli 2011. Der aktuelle leichte Preisanstieg ist Ausdruck der temporären Angebotsverknappung beim größten Exporteur Brasilien. Allerdings sind die mittelfristigen Angebotsprognosen sehr gut und dürften den Preisanstieg begrenzen.  
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