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Ernährung und Gesundheit

FAO: Nahrungspreise auf hohem Niveau stabil

Dr. Olaf Zinke, agrarmanager
am
07.09.2012

Der von der FAO monatlich ermittelte Preisindex (August) für die wichtigsten global gehandelten Nahrungsmittelstoffe bleibt unverändert. Im Juli war er nach oben geschossen.

Gleichzeitig kosteten Nahrungsmittelrohstoffe am Weltmarkt im August 2012 etwa acht Prozent weniger als im August 2011 und nur zehn Prozent weniger als zum bisherigen Höchststand im April 2011. Im Vormonat war der Index wegen der stark gestiegen Getreidepreise um sechs Prozent (%) nach oben geschossen.
 
Bestandteil des von der FAO berechneten Index sind die wichtigsten am Weltmarkt gehandelten Nahrungsmittelrohstoffe. Dazu gehören Weizen, Mais, Reis, pflanzliche Öle und Fette, Rind- und Schweinefleisch, Milchprodukte und Zucker.

Getreide und Pflanzenöl unverändert

Im August behauptete sich der Teilindex für Getreide ebenso wie der Teilindex für pflanzliche Öle auf dem sehr hohen im Juli erreichten Niveau. Im Vormonat war der Getreideindex (Weizen, Mais und Reis) um 17 % gestiegen. Höhere Getreidepreise als im August und Juli 2012 verzeichnet die FAO lediglich im April und im Mai 2011 sowie im Frühjahr 2008.
 
Parallel zur Veröffentlichung der Preisindizes korrigierte die FAO ihren Ausblick zur globalen Getreideernte nach unten. Dies betrifft sowohl die Schätzung zur Weizen- und Maisproduktion als auch die globale Reiserzeugung. Die Ursachen für die Korrekturen sind im wesentlichen witterungsbedingt und betreffen insbesondere die USA, Russland sowie bei Reis auch Indien.

Zucker billiger, Milch und Fleisch teurer

Deutlich nachgegeben hat im August der Teilindex für Zucker. Hier rutschten die Weltmarktpreise kräftig um acht Prozent nach unten. Grund sind die deutlich verbesserten Produktionsaussichten in Brasilien, dem weltweit größten Zuckerexporteur und die zuletzt wieder etwas verbesserten Ernteaussichten Indiens.
 
Dagegen haben Preise für Milchprodukte und Fleisch am Weltmarkt im August leicht zugelegt. Milchprodukte verteuerten sich damit erstmals seit Januar 2012 wieder. Allerdings ist das ermittelte Preisniveau noch rund 15 % niedriger als vor acht Monaten und sogar 20 % niedriger als vor einem Jahr.
 
Die Fleischpreise haben sich ebenfalls leicht um knapp zwei Prozent erhöht und sind damit erstmals seit April wieder gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr sind die globalen Fleischpreise knapp fünf Prozent niedriger.
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