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Wirtschaft

FAO-Preisindex für Milch bremst seine Talfahrt

aiz/fao
am
09.07.2014

Rom - Die weltweiten Lebensmittelpreise sind im Juni erneut gesunken. Gute Ernteprognosen lassen Getreide- und Pflanzölpreise sinken. Der Milchpreis-index hingegen bremst seine Talfahrt.

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Der FAO-Lebensmittelpreisindex sinkt den dritten Monat in Folge. Das geht aus den aktuellen Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) hervor. Ausschlaggebend für den Abwärtstrend seien vor allem gute weltweite Ernteprognosen, die Weizen-, Mais- und Pflanzenölpreise unter Druck setzen. Auch die Notierungen für Zucker und Milch gaben nach. Die Rückgänge bei diesen Produkten waren aber weit weniger stark ausgeprägt. Stabil hielten sich dagegen die globalen Fleischpreise.

Weizen und Mais nachgegeben

Im Durchschnitt ist der FAO-Lebensmittelpreisindex mit 206 Punkten im Juni um 3,8 Punkte, 1,8 Prozent (%), gegenüber dem Vormonat und fast sechs Punkte (2,8%) im Vergleich zu Juni 2013 gesunken, teilte die FAO mit.
 
Der FAO-Getreidepreisindex gab im Juni durchschnittlich um 10,9 Punkte (5,2 %) auf 196,2 Punkte gegenüber dem Wert vom Mai nach. Die Weizen- und Maisnotierungen gaben sieben Prozent nach.
 
Die Preise für Pflanzenöle sanken im Juni um durchschnittlich 3,3 % (6,4 Punkte) im Vergleich zum Vormonat. Palmöl, das am häufigsten gehandelte Speiseöl, wurde auf ein 9-Monatstief gedrückt. Die Sojaölpreise erreichten eine Vier-Jahres-Talsohle - getrieben von reichlichen Vorräten in Südamerika und Ernteerwartungen in Rekordhöhe. Aussichten auf große Sonnenblumen- und Rapsölvorräte in der Saison 2014/15 leisteten zusätzlich ihren Beitrag für den niedrigeren Index, der insgesamt 188,9 Punkte erreichte.

Preise für Milch gesunken - für Fleisch gestiegen

Die Indexberechnung basiert auf monatlichen Preisänderungen eines Korbes international gehandelter Agrarrohstoffe. 
 
Der FAO-Preisindex für Milch verringerte sich im Juni um durchschnittlich ein Prozent oder 2,5 Punkte auf insgesamt 236,5 Punkte im Vergleich zu Mai. Die Abnahme im Juni fiel aber wesentlich geringer aus als in den vorangegangenen drei Monaten. Das deute laut Experten der UN-Organisation auf ein Ende der Preisanpassung nach unten hin.
 
Während auf Produktebene ein großes Angebot an Milchpulver weiter den Markt belastet, treibt bei Käse hingegen eine große Importnachfrage die Preise nach oben.
Nur für Fleisch sind die Preise im Juni gestiegen. Der FAO-Index in dieser Kategorie erreichte im Schnitt 194,2 Punkte und lag somit 1,4 Punkte oder 0,7 % über dem Wert vom Mai. Der Anstieg im Juni war von einer Stärkung der Schweinfleischpreise getrieben, die von niedrigeren Vorräten in den letzten Monaten durch den Ausbruch der Durchfallvirus-Epidemie bei Schweinen (Porcine epidemic diarrhea virus - PEDV) in den USA ausgelöst wurde, erklärte die FAO.
 
Auch die Preise für Rind- und Schaffleisch bewegten sich saisonal bedingt höher, während sich jene für Geflügelfleisch kaum veränderten.

Spannung am Zuckermarkt

Der FAO-Preisindex für Zucker sank im Juni um durchschnittlich 1,2 Punkte oder 0,5 % auf insgesamt 258 Punkte gegenüber dem Vormonat. Trotz des leichten Rückgangs in dem Monat bleibt der Markt über mögliche Auswirkungen einer wiederkehrenden El Nino-Wetteranomalie besorgt, die die erwartete Abnahme der Weltproduktion verschärfen könnte.
 
Schon jetzt sind unterdurchschnittlich Monsunregenmengen Anzeichen für mögliche Ernteverluste in Indien, dem weltweit zweitgrößten Zuckerproduzenten nach Brasilien und global größten Verbraucher von dem süßen Rohstoff. 
Die Indexberechnung basiert auf monatlichen Preisänderungen eines Korbes international gehandelter Agrarrohstoffe.

Marktreport: Milchpreis - Potenzial nach oben (April 2014)

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