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Wirtschaft

FAO-Preisindex im September erneut gesunken

aiz
am
04.10.2013

Rom - Die weltweiten Preise für Nahrungsmittel sind im September den fünften Monat in Folge gesunken. Den Ausschlag gaben deutlich niedrigere Preise für Getreide.

Hingegen verteuerten sich Milchprodukte, Öle, Fleisch und Zucker leicht, teilte die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) am Donnerstag mit. Der Nahrungsmittelpreisindex der FAO, der auf den Preisen eines Korbes international gehandelter Agrarrohstoffe basiert, fiel demnach im September gegenüber August um 1 Prozent (%) auf 199,1 Punkte. Seit Jahresbeginn entspricht dies einem Rückgang von 11 Punkten oder 5,4 %.
 
Der FAO-Preisindex für Getreide sank im September um 12,9 Punkte oder 6 % auf 197,7 Punkte gegenüber dem Vormonat. Im Vergleich zum September 2012 gab der Index um 25 % oder 65 Punkte nach. Der starke Rückgang, der bereits in den vergangenen beiden Monaten registriert wurde, ist vor allem auf den allgemein günstigen Versorgungs-Ausblick bei Mais und Reis zurückzuführen. Internationale Weizenpreise, die in drei aufeinander folgenden Monaten deutlich gefallen waren, blieben aufgrund der stärkeren Nachfrage und weniger günstigen Produktions-Aussichten in den südlichen Ländern gegenüber August weitgehend unverändert.

Zuckerpreise im September besonders volatil

Zucker verteuerte sich den zweiten Monat in Folge. Der FAO-Index stieg im September um 4,3 Punkte (1,8 %) auf 246 Punkte gegenüber August. Die jüngsten Preiserhöhungen wurden vor allem durch ungünstiges Wetter während der Erntearbeiten in Zentral- und Süd-Brasilien, dem weltweit größten Zuckerproduzent und -exporteur, ausgelöst. Aber auch eine aufgrund der bevorstehenden Festtage verstärkte Nachfrage in Indien, dem weltweit größten Zuckerverbraucher, bietet eine kurzfristige Unterstützung nach oben. Insgesamt waren die Preise für Zucker inmitten der Unsicherheiten über das Ausmaß des erwarteten Produktionsüberschusses für die Saison 2013/14 im Monat September besonders volatil.
Der FAO-Index für Öle und Fette lag im September im Vergleich zum Vormonat nahezu unverändert bei 186,3 Punkten. Wie bereits in den vergangenen Monaten haben nach unten revidierte internationale Berichte über die Sojaproduktion - wegen anhaltend trockenem Wetter in den wichtigsten US-Anbaugebieten - die Preise für Sojaöl erhöht. Das durch eine verstärkte Exportnachfrage bedingte Preisplus bei Palmöl flaute gegen Ende August wieder ab - Grund ist die erwartete Produktionszunahme in den folgenden Monaten.

Leichte Preissteigerung bei Milchprodukten

Der FAO-Preisindex für Milch und Molkereiprodukte erhöhte sich um 0,7 % gegenüber August und stieg um 1,6 Punkte auf insgesamt 240,7 Punkte. Preisänderungen für einzelne Milchprodukte hatten nur geringfügige Auswirkungen auf den Index im Laufe des Monats. Allerdings verengten sich die Exportpreise, was auf einen ausgewogeneren Markt schließen lässt. Im Vergleich zu September 2012 wurden Milchprodukte jedoch deutlich teurer, der Index erhöhte sich um 28 %.
Der Index für die Fleischpreise stieg im September um 1,5 Punkte oder 0,9 % auf insgesamt 175,7 Punkte im Vergleich zum Vormonat. Der Anstieg wurde hauptsächlich durch ein Preisplus bei Geflügel von 2,8 % verursacht. Fleisch von Rindern und Schafen verteuerte sich nur leicht und die Kosten für Schweinefleisch bleiben unverändert. Die Aufwärtsbewegung bei Geflügelfleisch spiegelt die starke Nachfrage und in einigen Fällen Währungsschwankungen wider. Bei Rindfleisch trug die steigende Nachfrage aus Asien, einschließlich Japan, zur Preiserhöhung bei. 
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