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Wirtschaft

FAO: "Verschnaufpause" bei Nahrungsmittelpreisen

aiz
am
08.04.2011

Wien - Nach einem achtmonatigen Anstieg waren die internationalen Nahrungsmittelpreise im März erstmals wieder rückläufig.

Die Fleisch-, Getreide-, Ölsaaten- und Milchbranche wiesen die stärkste Nachfrage nach Agrarkrediten auf. © Gerd Altmann/pixlio
Der Index der Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) fiel im Vergleich zu Februar um 2,9 Prozent. Besonders sinkende Öl- und Zuckerpreise hätten zu der Entspannung beigetragen, teilte die in Rom ansässige UN-Organisation laut Reuters mit. "Noch kann man nicht sagen, dass der Aufwärtstrend gestoppt ist", sagte David Hallam, Direktor der Handels- und Marktabteilung der FAO. Dennoch sei der Rückgang des Index eine willkommene Verschnaufpause.
 
Für die Zukunft erwartet Hallam weiter schwankende Nahrungsmittelpreise aufgrund der Unruhen in Nordafrika und des daraus resultierendem hohen Ölpreises, aber auch wegen niedriger Lagerbestände und der Lage in Japan. Außerdem müsse man erst die Informationen über die neue Anbausaison abwarten, um das künftige Angebot abschätzen zu können.

Getreidepreisindex um 2,6 Prozent niedriger

Der Getreidepreisindex fiel im März um 2,6 Prozent gegenüber Februar, liegt damit aber noch 60 Prozent über dem Vorjahreswert. Im März hätten die Getreidepreise stark geschwankt, so die FAO. Wegen der Unruhen in Nordafrika und dem Erdbeben in Japan habe es einen starken Einbruch der Nachfrage gegeben, diese habe danach aber schnell wieder angezogen. Auch die Reispreise fielen wegen eines starken Angebots der Exportländer. Ob die heuer steigende Getreideproduktion die zu erwartende Rekordnachfrage im laufenden Jahr ausgleichen kann, sei ungewiss, so die FAO. Daher rechnet die Organisation bis ins Jahr 2012 mit stabilen Getreidepreisen.

Bei den Milchpreisen hielt Aufwärtstrend an

Der Index für Öle und Fette fiel im März um sieben Prozent und unterbrach damit einen neunmonatigen Preisanstieg. Die Zuckerpreise erfuhren zum zweiten Mal in Folge einen Rückgang, diesmal um 10 Prozent. Einzig bei den Milchpreisen hielt der Aufwärtstrend der vergangenen Monate an, der Index erhöhte sich hier um 1,9 Prozent gegenüber Februar und lag um 37 Prozent über dem Vorjahresniveau. Nahezu unverändert gegenüber dem Vormonat blieb der Index für die Fleischpreise.
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