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Politik international

Das Fazit der EU-Kommissarin

von , am
08.02.2010

München – Fünf Jahre lang bestimmte die Dänin Mariann Fischer Boel die Agrarpolitik in Europa. Kommende Woche wird die EU-Kommissarin aus ihrem Amt verabschiedet. Damit geht eine Ära zu Ende.

EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel © Graf/agrarheute.com

Sie war fünf Jahre lang das Gesicht der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik. Kommende Woche scheidet Mariann Fischer Boel aus dem Amt, der Rumäne Dacian Ciolos übernimmt als ihr Nachfolger die EU-Agrarkommission. Redaktionsleiter Olaf Deininger und agrarheute.com-Kolumnist Hans Heinrich Matthiesen trafen Frau Fischer Boel in Brüssel und sprachen mit ihr über die Bilanz ihrer Amtszeit. Sehen Sie in den kommenden Wochen das Interview in einer mehrteiligen Wochenendserie.

Seit 2004 im Amt

Seit Mitte 2004 war Fischer Boel als EU-Kommissarin designiert und erhielt am 13. August 2004 das Ressort Landwirtschaft und ländliche Entwicklung zugewiesen. Am 22. November wurde sie in ihr Amt eingeführt. 2007 legte sie eine Vorlage zur EU-Weinmarktreform vor, in der sie den Begriff Apfelwein verbieten lassen wollte. Gegner dieser Reform formulierten unter anderem die Mainzer Resolution, welche politische und berufsständische Vertreter der Versammlung der Weinbauregionen Europas (AREV) am 4. September 2007 in Alba Iulia bereits umrissen hatten. 

Letzte Agrarkommissarin mit großer Machtfülle

Mariann Fischer Boel war auch die letzte Agrarkommissarin mit einer derartigen Machtfülle. So muss sich ihr designierter Nachfolger Dacian Ciolos nach Inkrafttreten des Lissabon-Vertrags in seinen Entscheidungen neben den Agrarministern der EU-Mitgliedsstaaten auch mit einem einflussreicheren Europäischen Parlament abstimmen. Video-Teaser

Karriere bei den dänischen Liberalen

Mariann Fischer Boel wurde am 15. April 1943 in Aasum auf Fünen/Dänemark geboren. 1982 bis 1991 und 1994 bis 1997 war sie Ratsherrin von Munkebo, 1986 bis 1990 auch 2. stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde. Von 1994 bis 2001 führte sie mehrere Parlamentskommissionen als Präsidentin an, von 1994 bis 1998 die Parlamentskommission "Ernährung und Landwirtschaft", dann für ein Jahr "Handel und Industrie" und anschließend bis 2001 "steuerliche Angelegenheiten". Am 27. November 2001 wurde sie zur Ministerin für Landwirtschaft und Nahrungsmittel der Regierung von Anders Fogh Rasmussen ernannt, aus dem sie am 02. August 2004 ausschied. Sie gehört der bürgerlich-liberalen Partei "Venstre" an.

Besitzt mehrere Betriebe in Dänemark

Fischer Boel ist verheiratet und besitzt mit ihrem Ehemann Hans Fischer Boel mehrere Bauernhöfe in Dänemark. Dazu gehörte bis vor kurzem auch der Gutshof Østergård bei Munkebo, den sie mittlerweile an ihre Tochter und den Schwiegersohn übergeben hat. Durch den landwirtschaftlichen Betrieb flossen ihrem Mann erhebliche Subventionen der EU zu, die teilweise bei über 50.000 Euro jährlich lagen. Die daraufhin in der dänischen Öffentlichkeit laut gewordene Kritik konnte sie zerstreuen.
Quellen: dpa, Wikipedia

 

 

Eine Chronologie der letzten Monate im Amt

Fazit der Agrarkommissarin

Brüssel - Fünf Jahre lang bestimmte die Dänin Mariann Fischer Boel die Agrarpolitik in Europa. Nun übernimmt der Rumäne Dacian Ciolos das finanziell gut ausgestattete Amt. Lesen Sie hier eine Chronologie der letzten Monate von Frau Fischer Boel als EU-Agrarkommissarin.


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