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Umwelt

Fazit: So war der Frühling aus landwirtschaftlicher Sicht

von , am
26.06.2015

Offenbach - Wie schon im Vorjahr war der Frühling 2015 insgesamt warm, sonnenscheinreich und vor allem trocken. Der Deutsche Wetterdienst zieht aus landwirtschaftlicher Sicht ein Fazit zum Frühlingswetter.

Der Deutsche Wetterdienst lässt in einer aktuellen Aussendung den Frühling aus landwirtschaftlicher Sicht noch einmal Revue passieren. Passend zum Frühlingsbeginn zeigte sich der März überdurchschnittlich warm und sonnig. Die Niederschlagsbilanz war insgesamt nahezu ausgeglichen, wobei die meisten Niederschläge zum Monatsende fielen. Trotz der überwiegend milden Temperaturabschnitte gab es regional, besonders im Osten, noch viele Tage mit Bodenfrost.
 
Dennoch konnten die landwirtschaftlichen Arbeiten meist problemlos starten. Die Sommerungen wurden ausgebracht und gebietsweise konnten schon Zuckerrüben gedrillt und Kartoffeln gelegt werden. Vielfach begann das Ergrünen des Dauergrünlandes. Gebiets- und zeitweise wurden auch die Rapsschädlinge aktiv. Wo es nötig war, fanden Pflanzenschutzmaßnahmen statt. In weit entwickelten Beständen kamen außerdem die ersten Wachstumsregler zum Einsatz.

April: Trockene Böden und erste Waldbrände

Der April fiel insgesamt warm, trocken und sonnig aus. Lediglich zu Beginn und zum Monatsende machte er seinem Namen Ehre, wie der Deutsche Wetterdienst schreibt. Im Monatsverlauf trockneten die Böden fortwährend ab, so dass anstehende Feldarbeiten meist problemlos durchgeführt werden konnten.
 
Zuckerrüben, Kartoffeln und Mais konnten bestellt werden und fingen an aufzulaufen. Das Wintergetreide ging derweil allmählich in die phänologische Phase des Schossens über. Trotz der ansteigenden Temperaturen traten allerdings noch immer einige Nächte mit Bodenfrost auf. Dies führte dazu, dass die Vegetation keinen wesentlichen Entwicklungsvorsprung zeigte, so wie es noch im Vorjahr der Fall gewesen war. Die Trockenheit führte zu vereinzelten kleinen Waldbränden und örtlich mussten die ersten Beregnungsanlagen in Betrieb genommen werden. Der Vorteil der trockenen Witterung war, dass sich die Gefahr von Pilzkrankheiten in Grenzen hielt.

Mai: Vegetation leicht im Rückstand

Laut DWD war der Mai insgesamt nahezu temperaturnormal, trüb und zu trocken. Die Niederschlagsverteilung wies allerdings eine große räumliche Differenzierung auf: Im Norden und im Süden war es eher nass, während die Mitte Deutschlands unter starker Trockenheit litt. Trockene Phasen wurden verbreitet für Silage- und Heuschnitte genutzt. Wo feuchte Bedingungen herrschten, die Pilzinfektionen begünstigen, waren Pflanzenschutzmaßnahmen ein großes Thema.
 
In den trockenen Regionen liefen hingegen die Beregnungsanlagen, auch die Waldbrandgefahr stieg an. Vielerorts trat in den Nächten noch Bodenfrost auf. Dies war mitunter ein Grund dafür, dass die phänologische Entwicklung der Kulturen leicht im Rückstand war. Im Monatsverlauf sind Mais und Kartoffeln aufgelaufen und die Kartoffelbestände waren zum Monatsende einigerorts geschlossen. Die Wintergerste ging Anfang des Monats und der Winterweizen zum Ende des Monats in die Phase des Ährenschiebens über.
Die DWD-Karte links zeigt die Extremwerte der Bodenfeuchte am 8. Juni 2015. Die Werte beziehen sich auf einen leichten Boden unter Wintergetreide in einer Schicht von 0-60 cm. Die Graphik zeigt, dass auf 45 Prozent der Fläche Deutschlands seit 1961 ein neues absolutes Minimum der Bodenfeuchte erreicht worden ist (Index 3 – rot).
 
Betroffen sind die Bundesländer Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen, Thüringen, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Die Bodenfeuchte lag hier laut Deutschem Wetterdienst meist unter 40 Prozent nutzbarer Feldkapazität (nFK). 
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