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Umwelt

Felder so trocken wie seit über 50 Jahren nicht

© landpixel
von , am
29.06.2015

Mittlerweile ist die Trockenheit schon rekordverdächtig. So trocken wie jetzt seien die Felder laut Deutschem Wetterdienst seit 1961 nicht mehr gewesen. Diese Regionen sind besonders betroffen.

Die lange Trockenheit hat die Böden ausgedörrt. In weiten Teilen Deutschlands seien Felder und Wiesen so trocken wie seit 1961 nicht, berichtete der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Freitag. Betroffen sei die Mitte Deutschlands mit den Bundesländern Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen, Thüringen, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Im Norden und Süden dagegen fiel genug Regen. Im gesamten Frühjahr, das für die Meteorologen die Monate April bis Mai umfasst, war vor allem in der Mitte zu wenig Regen gefallen. Mancherorts kamen weniger als 50 Liter pro Quadratmeter zusammen, noch nicht einmal ein Drittel der üblichen Menge.

Rund um Hannover ist es besonders trocken

Im Zeitraum vom 1. bis 15. Juni stellt die Region rund um Hannover die trockenste Region Deutschlands dar. In Bückeburg wurden in diesem Zeitraum gerade einmal 0,1 mm registriert. Die höchsten Niederschlagssummen gab es vor allem an Stationen am Alpenrand bzw. im Alpenvorland. In Wielenbach sind mit 119,1 mm bereits 85,3 % der mittleren Niederschlagsmenge für den Monat Juni gefallen.

Bodenfeuchte weit unter dem Durchschnitt

Schon in den Vormonaten April und Mai gab es in vielen, der derzeit von Trockenheit betroffenen, Gebieten oft unterdurchschnittlich viel Niederschlag, so dass sich die Situation hinsichtlich der Bodenfeuchte im Juni nochmals verschärft hat. Als Parameter dient der prozentuale Anteil der nutzbaren Feldkapazität (nFK), also der für Pflanzen verfügbare Bodenwassergehalt, der in den trockenen Regionen verbreitet bei nur 20 bis 30 Prozent nFK liegt. Um Hannover herum sind es nur 10 bis 20 % nFK. Generell gelten Bestände auf Böden, die nur noch über Wassergehalte von 50 % der nutzbaren Feldkapazität verfügen, als beregnungsbedürftig. Betroffen sind gegenwärtig vor allem Getreide- und Kartoffelkulturen, die sich in einer Entwicklungsphase befinden, die über Ertrag und Qualität des Ernteguts entscheidet. Da ausreichende Feuchtigkeit für die Nährstoffaufnahme und -umsetzung benötigt wird, waren in den niedersächsischen Bereg nungsgebieten bereits drei bis vier zusätzliche Wassergaben notwendig.
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