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Ernte bei Trockenheit

Feuerwehr mahnt Landwirte: Feldbrand-Katastrophe gerade so verhindert

Ein Traktor mit Scheibenegge auf einem brennenden Acker
am Donnerstag, 14.07.2022 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

In Mecklenburg-Vorpommern konnte ein Landwirt durch seine blitzschnelle Reaktion eine Katastrophe verhindern. Die Feuerwehr mahnt zur Vorsicht bei der Ernte. Es drohen Feldbrände.

Wie die Zeitung Nordkurier berichtet, hat ein Landwirt bei einem Flächenbrand in Weltzin bei Burow im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern durch seine schnelle Reaktion gerade noch eine Katastrophe verhindert.

Die Feuerwehr warnt Bauern nun und mahnt zur Vorsicht bei den vielerorts gerade extrem trockenen Feldern. Man müsse gut auf den Brandschutz achten.

Landwirt löst bei Gerstenernte mit Mähdrescher Flächenbrand aus

Am Montag gegen 16 Uhr löste ein Steinschlag einen Feldbrand bei Weltzin aus. Ein Landwirt war mit seinem Mähdrescher gerade bei der Wintergerstenernte. Zwar habe es am Wochenende geregnet, doch die Menge reichte nicht aus und der Boden war trotzdem staubtrocken, erklärt der Nordkurier.

Der Landwirt habe dann plötzlich ein „Bing” gehört und umgehend gewusst, was dies zu bedeuten hatte. Ein Steinschlag kann Funken und somit auch einen Flächenbrand auslösen. Als er kurz darauf in den Rückspiegel sah, stieg auch schon Rauch auf dem Feld auf, so die Zeitung weiter.

Feuer droht auf Wald überzugreifen: Landwirt reagiert geistesgegenwärtig

Daraufhin habe er geistesgegenwärtig aufgehört zu dreschen, die Landmaschine gewendet und sei auf die noch nicht abgemähte Fläche an einem Waldstück gefahren. Wie der Landwirt dem Nordkurier erklärt, fing er dann dort an zu dreschen, weil die Gefahr bestand, dass der seichte Wind das Feuer dorthin und dann in die Schonung treibe.

Kurz darauf kam auch bereits die Feuerwehr. Sie erkannte sofort die Gefahr, dass der Stoppelbrand auf den Wald übergreifen könnte und sicherte diesen Bereich ab. Auch ein Traktor mit einer Scheibenegge war im Einsatz. Dieser pflügte die brennende Fläche um. Der Wehrleiter erklärt gegenüber dem Nordkurier: „Wir haben Glück gehabt, dass der Wind heute nicht so stark war und dass der Fahrer des Mähdreschers so gut reagierte.“

Ernte bei Trockenheit: Brandschutz landwirtschaftlicher Betriebe verbessern

Der betroffene Landwirt ist laut Zeitung seit 20 Jahren in der Landwirtschaft tätig. In diesem Jahr aber arbeite er zum ersten Mal als Mähdrescherfahrer. Im Frühjahr und Herbst würden auf dem Betrieb stets drei Mitarbeiter Steine vom Feld sammeln. Allerdings sei es leider unmöglich, immer alle auf dem Acker zu finden.

Die Feuerwehr betont im Nordkurier aber auch, dass der landwirtschaftliche Betrieb trotzdem den Brandschutz weiter verbessern könnte: „Als wir den Brandherd erreichten, war noch kein Wasserwagen und kein Ackergerät vor Ort. Die trafen erst nach uns ein. Das Feld steht auf sandigem Boden, Regenwasser versickert sofort wieder und nach kurzer Zeit kehrt die Trockenheit zurück.“

Er wandte sich damit an alle landwirtschaftlichen Betriebe. Es sei besser, wenn bei der Ernte ein Ackergerät und ein Wasserwagen für die erste Brandbekämpfung bereitstehen würde - auch wenn das nicht gesetzlich vorgeschrieben sei.

Mit Material von Nordkurier, FFw Burow-Weltzin

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