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Dorf und Familie

Finanzdisziplin, Antibiotika-Ampel und fehlender Biogasneubau

Externer Autor
am
04.04.2014

Wie sind die zusätzlichen Kürzungen der Direktzahlungen zu sehen? Was wird die Antibiotika-Ampel bringen? Und warum werden kaum noch Biogasanlagen gebaut?

Kein Biogasanlagenneubau mehr, warum ?
 
Studentunikoeln fragt: "Was schreckt euch momentan beim Biogasanlagenneubau ab? a) EEG 2012 b) Genehmigungsverfahren (zu kompliziert, dauert zu lange) c) Angst vor weiteren Gesetzesänderungen. Wäre super, wenn Ihr noch was ergänzen könntet. Gerade was zum Thema gelesen. [www.biogas.org]"
Kone
ergänzt: "einen Punkt hast du vergessen: d) Futter, bzw Fläche fehlt"
Luzionline schreibt: "Zum Artikel des Biogasfachverbandes. Jammern auf hohen Niveau, in unserer Gegend zahlen Biogasanlagenbetreiber die höchsten Pachtpreise. Da ich annehme, das diese Unternehmer auch rechnen können und eine gewisse Gewinnerwartung haben, scheint es mir, das Biogasstrom etwas übersubventioniert ist. Naja, bei Verkauf ihres Produktes kann man ja nicht von "Unternehmer" sprechen, höchstens von "Subventionsoptimierer". PS: Bin selber ein Subventionsoptimierer, aber nur ein ganz kleiner (28 KW PV)"
doschdi
schreibt: "Die Goldgräberstimmung ist vorbei, vergleiche die Gesetzesänderung (EEG Novellierung 2009 ff. für PV) mit der jetzigen im Bereich Biomasse. Gibt noch ein paar, die auf das sterbende Pferd aufspringen, weil sie denken, was zu verpassen (prozyklisch wie an der Börse, oben rein unten raus). Dann sterben die BG Fachfirmen wie die PV Firmen (Aleo, Solon, Bosch Solar, Q-cells, oder faktisch Branchenprimus Solarworld). Die Politik zieht den Stecker. Die Energiewende ist gescheitert, in 20 Jahren haben wir dann wieder 10 % erneuerbare Energie. Oder wie stellt sich die Politik vor sollen die EEG Anlagen ersetzt werden die dann fertig sind (speziell PV fällt ja dann ganz raus)? Jetzt dürfen dann auch noch alle Eigenverbraucher von PV Strom (damit wurde eine Investition in PV in den letzten 5 Jahren gerade so noch rentabel) die EEG-Umlage von bald 8 Cent je KWh eigenproduziertem und -verbrauchtem Strom bezahlen. Bei den Selbstgestehungskosten ca. 50% verteuert und dadurch absolut unrentabel. Was kommt als nächstes? Noch Stromsteuer drauf und Einkommensteuer?"
mehr hier:             https://agrarheute.landlive.de/boards/thread/60076/page/1/

passend dazu folgender Beitrag:
EEG-Reform: Länder ringen Regierung Kompromiss ab
 
 

Finanzdisziplin: Direktzahlungen werden um 1,3 Prozent gekürzt

Bauermartin kommentiert einen Artikel auf Agrarheute.com: "Dieses Jahr sollen die Kürzungen nur 1,3% hoch sein? Sollen wir uns da auch noch freuen? Und wenn das Geld dann doch nicht gebraucht wird, bekommen wir es wieder zurück? Kann es sein, dass das Ausdenken dieser Vorgehensweise, die Organisation und der ganze Bürokratismus deutlich mehr kostet als das, was hier immer hin und her geschoben wird? Schön, wenn Vereinfachungen gefordert werden, aber sind unsere Politiker hier die richtigen, um gute Ideen zu bringen? Wie wäre es, wenn man uns einfach in vielen Bereichen von den Steuern befreien würde, wir zwar weniger Subventionen bekommen würden, aber unterm Strich uns dann mehr bleibt und weniger Geld für den Beamtenstaat ausgegeben werden muss?"
DWEWT
schreibt dazu: "Außer der bisher mitgeteilten Kürzung um 1,3%, kommt ja noch die Inflationsrate hinzu. Gut, das sind augenblicklich nur 1,6% nominal, in der Summe sinkt die Förderung somit um ca. 3%. Vielleicht sollten unsere Abgeordneten auch zugunsten der Absicherung der aus der Politik entfernten Ex-Kollegen, in einen Absicherungsfonds einzahlen müssen. Laut einer aktuellen Kienbaum-Studie, wäre das dringend notwendig. Ach nein, für so etwas sind ja Steuergelder reichlich vorhanden." Rottalboy antwortet: "Praktisch gesehen währen die meisten Betriebe (ca 95%) ohne Flächenprämien nicht überlebensfähig. Allerdings stellt sich die Frage, ob die Preise (oder umgekehrt die Pachtpreise fallen) für unsere Produkte nicht postwendend steigen würden, wenn alle Flächenprämien wegfallen würden."  

Antibiotika-Ampel, Benachteiligung für Rindermastbetriebe

DWEWT möchte die Meinung der Landliveuser zu folgendem Sachverhalt: "Spätestens ab dem 01.07.2014 werden die Rindfleischerzeuger mit einem zusätzlichen Bürokratiemonster konfrontiert. Dann nämlich sollen wir, im Bereich der Kälber- und Rindermast, alle Antibiotika-Anwendungen an die HIT melden. Je nach Intensität der AB-Anwendungen, werden die Betriebe dann mit grün, gelb oder rot stigmatisiert! Kurios ist auch die Verpflichtung, in den Milchviehbetrieben nur die mit AB behandelten männlichen Kälber zu melden. AB-Behandlung bei Milchkühen oder weiblichen Kälbern scheint für unsere Sesselaktivisten irreal zu sein. Vielleicht reicht für die Milchkühe auch einfach das Speichervolumen der HIT nicht aus. (Der letzte Satz ist Ironie) Was haltet ihr von solchen Aktionen? Aktionismus oder vertrauensbildende Maßnahme?" 
rocknrolldirk
antwortet: "Wenn dafür die handschriftlichen Aufzeichnungen über Behandlungen entfallen kein besonders großes Problem. Auch wenn es für Milchkühe kommen sollte. Bis dahin gilt es, insbesondere den Einsatz von Trockenstellern zu überdenken und zu minimieren. Die Einsatzmenge halbieren, könnte ohne jeden Nachteil heute schon jeder Milchviehbetrieb, indem man die halbe Menge Trockensteller mit Zitzenversiegler kombiniert. Kostet natürlich etwas, führt aber zu einer fast 100 prozentig sicheren Trockenstehphase. Die Kälbermast mit ihrer obligatorischen Einstallprophylaxe wird wohl ein Problemchen kriegen. Eine Lösung wäre, die Kälber auf den Milchviehbetrieben zu belassen, bis sie aus dem gröbsten raus und gesundheitlich stabil sind. Zu entsprechenden Preisaufschlägen versteht sich."
Lobbylandwirt schreibt: "Die Reglung ist logisch. BDM und ABL sind gut vernetzt mit den Grünen, aus deren Feder ja der Vorschlag kommt. Klar, dass Milchviehbetriebe dann ausgenommen werden. Dass es ungerecht ist, steht außer Frage, das sehe ich als Milchbauer genauso."
Paula fügt hinzu: "Meiner Meinung nach ist es eine Frage der Zeit bis eher früher als später die AB Datenbank auch fürs Milchvieh kommt. Außerdem wann hat sich die Bürokratie je um Sinn oder Praxistauglichkeit geschert. Es wird wie bisher auch: die einen bemühen sich die Regeln einzuhalten und umzusetzen und machen sich damit u.U. angreifbar, die anderen...... nun Papier ist geduldig ."

Nacht der Holsteins in Buchloe (Bayern) - Namhafter Züchter wird aus Tierschutzgründen heimgeschickt

Lobbylandwirt schreibt: "Vergangenen Samstag war die Nacht der Holsteins in Buchloe. Dabei hat eine Kuh aus dem Katalog gefehlt. Weil der Besitzer ein bekannter Züchter ist (viel bekannter noch bei der Rasse Braunvieh), hab ich mich erkundigt, warum er nicht da ist. Mir wurde daraufhin mitgeteilt, dass er die Kuh tags zuvor mit Zitzenversiegler trocken gestellt hat. Dies verstößt gegen die Regeln des Zuchtverbandes und er wurde nach Hause geschickt. Es wurde auch vermutet, dass die Kuh gedrencht wurde, weil sie wohl kugelrund war. Mir wurde das zwar nur erzählt, aber wenn es stimmt, bin ich froh, dass der Tierschutz langsam endlich auch bei den Zuchtorganisationen ankommt. Ich hoffe nur, dass die AHG am kommenden Wochenende genauso aufmerksam und konsequent ist wie der SRB. Auch die Regel: Zwölf Stunden vor der Schau muss gemolken werden, wurde sehr strikt eingehalten. Das wäre eine schöne Entwicklung, denn die übervollen, tropfenden Euter von brüllenden Kühen waren manchmal schon eine Zumutung. Wie sehen das die Züchter hier? Ich konnte eh nie verstehen, warum man die Gesundheit seiner Tiere so aufs Spiel setzt!"
Llanes
meint dazu: "Ich finds gut. Aus zwei Gründen: die "Profis" aus dem Geschäft testen ihre Grenzen aus, zu Lasten der Tiere. Das führt dazu, dass die Siegertitel an die altbekannten Namen gehen. Nicht immer, weil sie die deutlich schöneren Kühe haben, sondern weil sie noch extremer hervorgebracht werden als die Kühe des züchterischen Mittelstands. Wenn man es schaffen würde, die Kühe in Sachen Euterfülle, etc. einheitlich in den Ring zu bringen, wäre es gut für die Qualität der Schauen und für das Engagement der Mittelstandszüchter. Schaut mal am Züchterabend in die Ställe...da ist von der anschließenden Dominanz einiger weniger Züchter oft noch nicht viel zu sehen. Zweiter Grund: man sollte nicht warten, bis der Karren im Dreck sitzt. Irgendwann werden die Zecken ihren Blick auf Tierschauen wenden und man sollte als Zuchtverband zusehen, dass man im Fall der Fälle abgesichert ist und keinen Skandal provozieren. Dann sind nämlich wieder ALLE die gelackmeiereten."
werner69 antwortet: "Ich war am Samstag auch unten in Buchloe. Es war das Veterinäramt, das die Kühe dieses Züchters beanstandete. Auch die Vorstände bzw. die Züchter waren einhellig der Meinung, dass dieses Verhalten richtig war. Das ist auf gut deutsch Beschiss! Ich denke auch, dass die AHG nächstes Wochenende genauso verfahren wird."

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