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Ernährung und Gesundheit

Fisch 2030: Zukunftsaussichten für Fischerei und Aquakultur

Externer Autor
am
11.02.2014

Bis 2030 sollen zwei Drittel des weltweiten Fischkonsums durch Fischfarmen gedeckt werden. Bei stetig steigender Nachfrage ist dies auch dringend notwendig, so der aktuelle Bericht "Fish to 2030".

Die neue Untersuchung der Weltbank, des International Food Policy Research Institute (IFPRI) sowie der Food and Agriculture Organization (FAO) legte das Augenmerk auf die Aussichten für die weltweite Fischerei- sowie Aquakulturbranche.
 
Während Fischfarmen bis 2030 fast zwei Drittel des weltweiten Fischkonsums liefern werden, nimmt Wildfang proportional ab. Ein weiterer wichtiger Aspekt war die erheblich steigende Fischnachfrage der international wachsenden Mittelklasse, wie beispielsweise in China.

Handelsstrom direkt in Industrieländer

Dies waren die Hauptresultate der Untersuchung "Fish to 2030: Prospects for Fisheries and Aquaculture", die am vergangenen Mittwoch veröffentlicht wurde. Sie hebt zudem das Ausmaß des weltweiten Handelsstroms von Fisch- und Meeresfrüchten hervor, der in erster Linie von Entwicklungsländern in Industrieländer fließt. Laut FAO werden aktuell 38 Prozent allen Fisches, der weltweit produziert wird, exportiert und zwei Drittel der Fischexporte aus Entwicklungsländern gehen direkt in Industrieländer.

Asien als enormer Wachstumsmarkt

Wie das IFPRI berichtet, hatte man sich 2003 schon einmal geirrt, da man das schnelle Wachstum im Bereich der Aquakultur kaum glauben konnte: "Verglichen mit einer ähnlichen Studie von 2003, sehen wir nun, dass das Wachstum der Aquakulturproduktion viel stärker ist, als wir angenommen haben."
 
Ein bedeutender und stark wachsender Markt für Fisch sei China, so der Bericht. Er geht davon aus, dass bis zum Jahr 2030 38 Prozent des weltweiten Fischkonsums auf das Land der Mitte und 70 Prozent auf Asien als Ganzes entfallen werden. China und viele andere Nationen investierten daher hohe Summen in Aquakultur, um diese wachsende Nachfrage decken zu können.

Starker Anstieg von Tilapia und Co.

Des weiteren geht der Report davon aus, dass in 15 Jahren bis zu 62 Prozent der Fischerzeugnisse aus Aquakulturen kommen werden. Hier sei der größte Anstieg wohl bei schnell wachsenden Fischarten wie Tilapia, Karpfen und Wels zu verzeichnen. Alleine die Tilapia-Produktion wird sich zwischen 2010 und 2030 von 4,3 Millionen auf 7,3 Millionen Tonnen pro Jahr verdoppeln, wie "Fish to 2030" berichtet. 

Nachhaltigkeit entscheidend

Der Bericht liefere Entwicklungsländern wertvolle Informationen im Hinblick auf Wirtschaftswachstum durch Fischproduktion, so Jürgen Vögele, Weltbank-Direktor des Sektors Agrar und Umwelt. Er betonte jedoch, dass dies nur nachhaltig erfolgen dürfe. "Wir sehen weiterhin exzessive sowie unverantwortliche Ausbeutung im Bereich der Fischerei und in der Aquakultur haben unter anderem Ausbrüche von Krankheiten die Produktion stark beeinflusst."

Positives Potential der Aquakultur

Árni M. Mathiesen, stellvertretender Direktor des FAO Fischerei und Aquakultur Institutes, hob das langanhaltende und positive Potential richtig geführter Aquakultur hervor. Er betonte: "In Anbetracht einer Weltbevölkerung, die bis 2050 auf neun Milliarden anwachsen soll, kann eine verantwortlich praktizierte Aquakultur gerade auch in Regionen, die eine unsichere Lebensmittelversorgung aufweisen, einen bedeutenden Beitrag zur weltweiten Lebensmittelsicherheit und wirtschaftlichen Wachstum leisten".
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