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Ernährung und Gesundheit

Fleischkauf: Verbraucher vermissen Angaben zur Haltung

pd
am
18.09.2013

61 Prozent der Verbraucher fühlen sich beim Einkauf von Fleisch nicht ausreichend darüber informiert, unter welchen Bedingungen die Tiere gehalten wurden, zeigt eine aktuelle Umfrage.

In der jüngsten Preissenkungsrunde senkte Aldi die Preise um zehn Prozent.. © petunyia/fotolia
Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) ließ eine Umfrage unter Konsumenten durchführen zur Verbraucherinformation auf Fleischprodukten. Das Ergebnis zeigt, dass die Mehrheit der Verbraucher (61 Prozent) die Informationen zur Tierhaltung auf der Verpackung als mangelhaft betrachtet. Laut einer Untersuchung des BMELV von Januar 2013 ist es für 89 Prozent der Verbraucher in Deutschland wichtig, dass Lebensmittel aus besonders tiergerechter Haltung stammen.
 
"Die Zahlen zeigen, dass Verbraucher für ihren Wunsch, Produkte mit mehr Tierwohl zu kaufen, im Alltag keine ausreichende Orientierungshilfe haben. Statt klare und verlässliche Informationen zu finden, werden Verbraucher verwirrt", sagt Gerd Billen, Vorstand des vzbv.

Verbindliche Siegel mit geschützen Begriffen

Das Problem sei laut Bundesverband, dass Bezeichnungen wie "artgerecht" oder "tiergerecht" auch bei Produkten genutzt werden, die lediglich die gesetzlichen Mindestanforderungen erfüllen. Zwar gäbe es Ansätze von herstellerunabhängigen Prüfsiegeln, die wesentlich strengere Kriterien anlegen, wie etwa das Label "Für mehr Tierschutz" vom Deutschen Tierschutzbund. Doch reichten die freiwilligen Initiativen nicht aus, um verbindlich für Klarheit am Markt zu sorgen. Zudem seien Produkte mit diesen Siegeln im Handel selten erhältlich, wie ein aktueller Marktcheck der Verbraucherzentrale Hamburg zeigt.
"Der Handel muss verstärkt Produkte mit entsprechenden Siegeln listen. Und die zukünftige Regierung muss Begriffe wie 'Tierwohl' durch eine verbindliche Definition besser schützen", fordert Billen. Nur so könnten Verbraucher ihre Präferenzen am Markt zeigen. Und nur so entstünde auch ein Anreiz für Erzeuger, auf mehr Tierwohl in der Produktion umzusatteln.

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